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Die Windel ist voll - und nun? Wohin gehören volle Einwegeinlagen, Wegwerfwindeln und Feuchttücher?

Von Chefin 3. April 2014 175473 mal angesehen

Eine volle Stoffwindel gehört in die Wäsche - und die festen Bestandteile dessen, was das Kind ausgeschieden hat, gehören ins Klo. Wohin aber gehören volle Wegwerfwindeln, Feuchttücher und Wegwerfeinlagen?

Grundsätzlich konnte ich dazu in den meisten Abfallratgebern im Netz finden, dass diese in den Restmüll gehören.

Ich habe mich aber immer schon gefragt, warum man volle Wegwerfwindeln einfach in den Müll werfen darf. Ich meine - da sind doch Fäkalien drin... und Fäkalien gehören in die Kanalisation, nicht in den Müll - oder?

Für die USA habe ich einen sehr interessanten Link zu diesem Thema gefunden. Dort steht auch explizit auf den Wegwerfwindelpackungen, dass die festen Bestandteile in die Toilette zu entsorgen sind.

In den meisten Städten in Deutschland gehören volle Windeln in den Restmüll und werden dann auch direkt verbrannt. In einigen Städten gibt es aber auch extra Windelmüllsäcke dafür, weil sonst die Restmülltonnen immer viel zu schnell gefüllt sind (siehe hier).

Im Netz habe ich dieses Video gefunden, dass gut zeigt wie die Windeln bei uns verbrannt werden. Die Müllverbrennung in dem Maße wie in Deutschland gibt es ja nicht in vielen Ländern - meistens wird der Müll auf der Halde gelagert und da ist es tatsächlich gefährlich, wenn mögliche Viren oder Hormone etc. in das Grundwasser ausgewaschen werden.

Wer von Euch hat denn zufällig Wegwerfwindeln zu hause und würde mal für mich nachsehen? Was empfehlen die Hersteller denn in Deutschland?

Bei Feuchttüchern weiß ich, dass diese immer in den Restmüll gehören und nicht ins Klo - ist ja auch klar, die verstopfen sonst die Toilette weil sie sich ja nicht auflösen.

Und wie ist das eigentlich mit den Einwegeinlagen? Klar, grundsätzlich gehören die auch in den Restmüll.

Bei den Flip-Einlagen steht auch "flush solid waste before disposing of insert". Gilt das generell auch für Deutschland?

Aber es gibt auch kompostierbare Einwegeinlagen. Kompostiert die auch wirklich jemand? DARF man das überhaupt, menschliche Fäkalien kompostieren? Ich frage mich bloß gerade, wie sinnvoll eine Kompostierbarkeit ist wenn es a) eh niemand zu hause kompostiert und b) der Restmüll eh verbrannt wird und nicht auf die Halde kommt. Oder verstehe ich das Wort "Kompostierbarkeit" ganz falsch und es soll eh nicht zu hause kompostiert werden? Wer kann mich da mal aufklären?

Gro-Via Einwegeinlage in Shell (Quelle: http://www.gro-via.com/hybridcloth-grovia-biosoaker-50-count-one-size.html) Gro-Via Einwegeinlage in Shell (Quelle: http://www.gro-via.com/hybridcloth-grovia-biosoaker-50-count-one-size.html)

Bei der Gro-Via habe ich folgendes gefunden (Quelle hier).

"Made for use with the GroVia® system. Remove soiled soaker pad and replace with a fresh one as needed.

  • Made with Biodegradable & Compostable Materials*
  • Fragrance & Dye Free
  • Plastic & Chlorine Free
  • Ultra thin construction
  • Oeko-Tex 100 Certified
  • G.E. Free
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* The elastic in the manufacturing of this diaper has not been tested for biodegradability & compostability.

Super Soft Lining: Certified natural, 100% Ingeo spun bound non-woven fabric. Compostable to EN13432 (EU) standard and ASTM D 6400 (USA).

Core: Sustainably harvested wood pulp fibers, containing a minimal amount of SAP gel.

Waterproof Outer: The Bio-Film used (fecula) is waterproof and 100% natural. Compostable to the following standard: EN 13432 (EU)."

Verstehe ich das richtig, dass nur Teile davon kompostierbar sind? Wozu ist das gut? Trennt das irgendwer?

Ich interessiere mich für Eure Erfahrungen mit Wegwerfwindeleinlagen sehr, denn ich werde sehr oft danach gefragt. Wer kann da berichten, wie er mit den gebrauchten Einlagen verfährt?

Lena 20. Januar 2016 at 16:58
Hallo, na klar darf man menschliche Fäkalien und auch kompostierbare Einlagen (mit denen habe ich jedoch keine eigene Kompostiererfahrung) kompostieren. Es ist nur da natürlich wichtig, dass man auch da richtig kompostiert. Stichwort z.B. Komposttoilette. Richtig gemacht stinkt nix. LG, Lena
Jennifer W Aus B via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Entsorgung
Gemäß den Empfehlungen von Pampers auf der Verpackung sollten Sie Stuhl in die Toilette werfen. Rollen Sie die Windel dann einfach zur Rückseite hin auf, schließen Sie das kleine Paket mithilfe der Klebeverschlüsse und entsorgen Sie die Windel in der Mülltonne.
Iris von EuloFant via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Ich habe auf einer Wegwerfwindel hier in Dtl. mal gelesen, das die festen Bestandteile ins Klo sollen. Und irgendwie finde ich das selbstverständlich!
Lena 20. Januar 2016 at 16:58
Nachtrag: ohne entsprechende geeignete Vorkehrung natürlich nicht, das ist klar.
Lea Be via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Seit ich Stoffies nutze habe ich heute Morgen das erste Mal überlegt, ob der Puma in der WWW nicht in die Keramik sollte.

Steht das jeweils auf den Packungen?
Lea Be via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Ich guck morgen, hab ja welche da wegen KiGa.
Lea Be via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
:)
Lisa Marie via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
finde ich total interessant! hier landet immer das windelvlies in der toilette (wir haben popli und disana). mh, ich wollte eigentlich müll vermeiden mit stoffies...ich finde, wenn man nichts reinlegt, muss man sehr viel wasser benutzen, um manche windeln vorzuwaschen. das kann auch nicht wirklich ökologischer sein...mh...
Windelmanufaktur via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Mir fällt da auf Lisa Marie dass es ja solches und solches Windelvlies gibt. Das disana darf ja ausdrücklich ins Klo. Popli habe ich jetzt keines hier. Aber ich könnte mir vorstellen dass die Spinnvliese sich vielleicht nicht auflösen und auch nicht ins Klo dürfen. Was steht den auf dem Popli drauf?
Lisa Marie via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
achso, das darf? echt, es löst sich aber auch nach ein paar wäschen nicht auf! popli nehme ich nicht so gerne, das ist so unformatig irgendwie.
Maria Fagerlund via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Auf der Packung steht rein gar nix drauf bei den WWWs. Wir kippen den Inhalt in letzter Zeit oft ins Klo, wenn es die Konsistenz halbwegs zulässt, einfach damit das Kindi sieht, wo das eigentlich hingehört.
Sarah Celia Lerch via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Also auf unserem Vlies, steht extra drauf, dass es nicht in die Toilette geworfen werden darf. Weiß aber nicht welche Firma es ist. Habe es bei Hans Natur bestellt...
Julia Maria Regele via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Hab nur ne offene Popli Packung hier, deswegen weiß ich nicht was drauf steht. Wenn nur Pipi drinne ist kommts in den Restmüll, ansonsten in die Toilette. Waschen kann mans aber auch, hab schon öfter mal eines mitgewaschen und sie sind immer in einem Stück wieder raus. Ich finde man kann Windelvliese ohne schlechtes Gewissen verwenden, man wäscht sich ja sonst nen Wolf wenn man keine Flecken will...
Melanie 20. Januar 2016 at 16:58
Ich habe mich bei unserem Ordnungsamt und Müllabfuhr über die Kompostierbarkeit der Windeln zu Hause informiert, da wir öko www hatten, die kompostierbar waren.
In Deutschland ist es aus gesundheitlichen Gründen nicht gestattet Fäkalien zu kompostieren. Die Gefahr der Verbreitung von Krankheiten/ Bakterien wäre viel zu hoch.
Www müssen in den Rest Müll und werden dann verbrannt. Für mich ist der einzige Vorteil, dass bei diesen Windeln nicht noch zusätzliche Schadstoffe mit verbrannt werden.
Tina Doerenberg via Facebook 20. Januar 2016 at 16:58
Fäkalien dürfen laut meines Wissens nicht kompostiert werden, ich glaube wegen der Gefahr der Grundwasser Verseuchung. Die einwegeinlagen kommen also bei uns in den Restmüll, ich trau mich nämlich nicht die im Klo zu entsorgen, wegen Verstopfung oder so ;) .
Feste Bestandteile landen immer im Klo und theoretisch müsste man das bei WWW ja auch machen, aber wer macht das schon?
Karo 20. Januar 2016 at 16:59
Das ist eine echt gute Frage! Ich habe mich, am Anfang unserer Windelzeit mal im Netz umgesehen, weil ich rausbekommen wollte, wie das ist, wenn man Öko(wegwerf)windeln benutzt. Denn die sind ja angeblich kompostierbar. Nur darf man halt, soweit ich das verstanden habe, Fäkalien nicht kompostieren. Also muss auch die Ökowindel in den Restmüll und wird verbrannt. Da bin ich dann nicht weitergekommen...Und von festen Bestandteilen ins Klo kippen, hab ich hier gerade zum ersten Mal gelesen...Gute Idee! Danke :)

LG
Karo
Linda Janssen via Facebook 20. Januar 2016 at 16:59
Bei Pampers hab ich es auch gelesen, dass das große Geschäft ins Klo gehört. Wir benutzen nur noch in Ausnahmefällen www also weiss ich es von anderen Marken auch nicht.
Windelvlies geht hier auch nur mit Häufchen ins Klo. Mit Pipi mit in die Windeltonne und wird gewaschen bis es auseinanderfällt. Ich hab die Eigenmarke von Stoffywelt.
Raik Saler via Facebook 20. Januar 2016 at 16:59
Das Popli aus der Box darf in die Toilette, "mein Windelvlies Ultra" laut Packung auch.
nadine 20. Januar 2016 at 16:59
wir haben vor jahren mal 2 kompostierbare windeln auf den komposthaufen getan. nach 2 jahren waren sie gut aufgelöst, wir konnten das nicht weiter verfolgen (haben den garten abgegeben) aber ich schätze, sie hätten noch 2 weitere jahre zur vollständigen zersetzung gebraucht. windelvlies (disana) mit kacki war ratzfatz zersetzt. popli hat meines wissens auch 20 prozent nicht auflösbares material. könnte ich mal testen... ich habe von jemandem gehört (der jemanden kennt, der jemanden kennt...;) ) der seine kompostierbaren windeln auf den misthaufen warf. das fand ich clever. da ist sie unter ihresgleichen, hat es warm und wird schnell zersetzt. es wird ja auch mit tierkacki gedüngt. aber aus "seuchenschutzgründen " und wg des abwasserproblems das auftritt, wenn das salonfähig wird, darf nicht kompostiert werden. ich denke der hersteller weist darauf hin, dass im gegensatz zu herkömml. www das produkt der erde wieder zugeführt werden könnte und eben kein sondermüll ist. letztendlich wir auch die kompostwindel verbrannt, (mit weniger schädlichen abgasen). nadine
Lea Be via Facebook 20. Januar 2016 at 16:59
Auf den Babylove Öko steht nur drauf, dass die Windel nicht in die Toi darf.
Mani 20. Januar 2016 at 16:59
Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen aufbereitet für uns präsentieren. Weiter so!
Kristina Tüpfliqueen 20. Januar 2016 at 16:59
Ja, die grosse Frage der Einlagen. Da habe ich auch schon in diversen Gruppen nachgefragt, weil mir einfach nichts logisch schien.
Am Anfang benutzte ich Wegwerfeinlagen und warf sie in den Windelkübel, zusammen mit der WWW von der Nacht.
Diese Einlagen konnte ich aber mindestens 5x waschen. Ich sah also keinen Grund, wieso ich biologisch abbaubare Einlagen kaufen sollte. Denn die würden sich ja im Wasser auflösen. Also nicht wirklich ökologischer oder?
Dann machte ich den Test. Ich legte 24h Totsbots, Popolini und Disana Einlagen (alle biologisch abbaubar) ins Wasser. Nichts passiert. Also ab damit in die Waschmaschine. Totsbots überlebt es gerade so, kann aber nicht mehr gebraucht werden anschliessend. Die anderen schrumpfen zwar, sind aber sogar noch öfters waschbar als die Wegwerfeinlagen.
Wieso darf man also biologisch abbaubare Einlagen ins WC werfen? Die lösen sich ja nicht auf, verstopfen höchstens die Rohre und werden spätestens bei der Kläranlage wieder rausgefischt. Dann kann ja gerade ich sie in den Restmüll werfen.
Nun habe ich verschiedene Theorien, wieso man sie trotzdem besser ins WC wirft...
... im Abwasser hat es Bakterien, die beim Zersetzten der Zellulose helfen. Vlies überlebt also nicht lang (Theorie meines Mannes).
... das mit dem Rohre verstopfen ist nur bei alten Rohren relevant. (Kann ich also ausblenden, da wir neue haben)
... In der Kläranlage wird alles, was mit dem Rechen rausgefischt wird kompostiert oder sonst Energiebringend oder irgendwie schlau entsorgt. (Diese Theorie wackelt sehr und dem muss ich unbedingt noch nachgehen).
Ich werde weiterhin biologisch abbaubare Vliese ins WC werfen. Es steht ja, man darf, unsere Rohre halten es aus und sie sind länger verwendbar als die Einweg. Aber glücklich bin ich trotzdem nicht, denn ich möchte aus zuverlässiger Quelle wissen, wie schnell sich die Dinger denn auflösen oder was mit denen nach dem Spühlen wirklich passiert!

Lieber Gruss
Kristina
Thomas 11. Januar 2018 at 13:08
Ist zwar schon länger her, aber ich möchte doch eine hier wiederholte Falsch-aussage richtig stellen:

selbstverständlich gibt es in Deutschland KEIN Kompostier-Verbot für Fäkalien!

Im Gegenteil! Seit den Neunziger Jahren nimmt die Zahl der Kompost-Toiletten rasant zu! Anfangs nur in Gartenhütten benutzt, sind sie heute in Vereinen, Freizeitanlagen, mobilen Behausungen und auch vielen normalen Gebäuden zu Hunderttausenden zu finden!

https://www.oeko-energie.de/produkte/komposttoiletten/index.html

Deren Inhalt, da meist nicht fertig kompostiert, landet aber im eigenen, kleinen Kompostbehälter und nicht in der Biotonne. Nur deren Befüllung, mit Fäkalien, ist in aller Regel untersagt, weil ja die Mengen u.U. zu groß würden, die Kompost-Zeit in der Anlage zu kurz ist und anschließend das Material weiterverkauft wird und dann u.U. auf Gemüsebeete kommt.

Aber im eigenen Garten, wenn die Mengen im Verhältnis stimmen und nach den bekannten Regeln richtig und lange kompostiert wird, ist das kein Problem. Keime werden bei den entsprechenden Temperaturen abgetötet. Dennoch nimmt man diesen Kompost eher für Zier-Gewächse, statt die Erdbeeren....
Dan 12. Juli 2018 at 16:26
Hallo,
Danke für die Bestätigung. Natürlich kann/soll man Fäkalien kompostieren.
Problem bei den Wegwerfwindeln ist nur leider die Zusammensetzung aus diversen Kunststoffen und jeder mit Kindern weiß, dass zwischen Kind und Windel auch Mal noch anderes Material (bspw. Zinkcreme) aufgetragen wird, was sich zwangsläufig im Kompost wiederfinden würde.
Naj 4. März 2020 at 13:31
Das Problem ist nicht nur bei Baby Windeln, sondern auch ältere Menschen die stuhlinkontinent sind