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Wie ich wegen geschlechtsspezifischen Farben eines auf den Deckel bekam und dann irre viel dazulernte

Wie ich wegen geschlechtsspezifischen Farben eines auf den Deckel bekam und dann irre viel dazulernte
Von Chefin 27. März 2014 9704 mal angesehen

Ich empfinde oft farbliche Abscheu wenn ich Mädchenriegen in schweinchenrosa sehe und vor kleinen Jungs, die ohne Cars-Branding nicht in den Kinderwagen gesetzt werden. Ich bin oft eeeewig auf der Suche nach dem nächsten schönen Stoff der nicht EINdeutig genderlastig ist, kein Markenbranding hat und weder süß/weiblich noch männlich/autolastig ist.

Und trotzdem habe ich, ohne groß nachzudenken, einfach "Mädchen_rein" als Name für eine wunderschöne rosafarbene Unikatwindel ausgewählt.

Ich habe das Thema Gender in der Farbzuweisung noch nie hinterfragt, sondern Farb- und Stoffwahl immer nur von der nicht-markenaffinen und ästhetischen Seite betrachtet. Bis ich im Februar eine Nachricht von einer Mutter bekam, die es in sich hatte - im wahrsten Sinne des Wortes. Aus dieser Nachricht entspann sich ein wunderbarer Dialog, der MEINE Sicht auf Gender und Farben und Muster wesentlich geändert hat - wofür ich sehr sehr dankbar bin!

Kinder sollten frei sein Kinder sollten frei sein

Um Euch auch zu ermöglichen, zu verstehen, was ich verstanden habe, möchte Euch gern diese erste Nachricht zeigen:

"Liebe, fleißige Windelmanufaktur-Erfinderin,

sehr, sehr schöne Stoffe sind das für die neuen Sabberlätzchen. Bitte, bitte nicht falsch verstehen - ich finde dein Konzept ganz wunderbar- , aber wäre es nicht ebenso wunderbar, ganz einfach auf die Geschlechterzuordnung zu verzichten? Natürlich steht es mir frei, das Lätzchen einfach meinem Jungen umzubinden. Aber ich hoffe einfach mal, dass ich dir damit nicht zu nahe trete, wenn ich sage: Gerade du brauchst doch solche Mainstreamwerbesprüche nicht und machst eher einen fortschrittlichen, unkonventionellen Eindruck.

Ich schreibe dir das per Nachricht (und nicht als Kommentar unter deinen Post), weil ich nicht weiß, ob du vielleicht keine Lust hast auf eine öffentliche Diskussion. Allerdings habe ich auch kein Problem damit, öffentlich zu meiner Aussage zu stehen - egal ob du diese gut findest, oder ihr widersprechen möchtest.

Ich hoffe, das klang jetzt nicht zu aggressiv. Wahrscheinlich bin ich schon richtig fixiert auf solche Dinge, weil in meiner Facebook-Neuigkeitenleiste täglich Pinkstinks, Missy Magazine, Sociological Images und die Mädchenmannschaft aufmarschieren.

Liebe Grüße,

Jana."

Ich war natürlich ersteinmal angenervt. *rolleyes* Wiiiieeeder so eine, die sonst nichts zu schreiben hat. Aber beim zweiten und dritten Mal lesen wurde mir klar, dass ich es hier mitnichten mit einer genervten Mutter zu tun hatte. Sondern mit einer äußerst sensiblen und korrekten Mutter.

Unser anschließender für mich wahnsinnig aufschlussreicher und lehrreicher Dialog mündete in meinem Wunsch, dass auch die Leser und Leserinnen meines Blogs die Augen einmal so geöffnet bekämen...

Ich traute mich also, Jana zu fragen, ob sie gewillt sei, einen Gastblogbeitrag über das Thema zu schreiben. Sie sagte JA und hier ist er nun, der tolle Gastbeitrag und ich freue mich schon riesig auf Eure Anmerkungen, Links und Kommentare!

Vielen vielen Dank an Jana für Deine Mühe!!!

"PINKSTINKS

Okay, ich gebe es zu. Ich bin in dem Thema wahrscheinlich nicht ganz unvoreingenommen. Oder sagen wir besser: ich neige dazu, Menschen mit diesem Thema auf den Geist zu gehen. Meinem Freund zum Beispiel. Der verdreht gerne mal die Augen, wenn ich wieder gegen Homophobie und Sexismus wettere. Gestern gab es eine Situation, in der ich einfach mal meine Klappe gehalten habe. Und es bereue.

Gestern hat mein Sohn sich auf dem Spielplatz das erste Mal die Lippe blutig geschlagen. An einem Klettergerüst. Nach den ersten Schrecksekunden mit lautem Geschrei war alles ziemlich schnell vergessen. Und was ist da der erste Gedankengang bei meinem Freund und einem Bekannten? „Hast dich wohl geprügelt auf dem Spielplatz? Wie ein echter Kerl.“

Das sind so die Automatismen, die in uns stecken. Die auch in mir stecken. Auch ich war nicht frei von genau diesem Gedankengang. Nur dass ich ihn nicht ausgesprochen habe, weil ich ihn ziemlich dämlich finde. Ich ärgere mich, dass so etwas immer noch in mir steckt.

Denn eigentlich hätte ich gerne eine Welt, in der es diese Art von Klischees nicht gibt. In der mein Sohn zwar ein Mann ist, weil er einen Penis hat und ihm später mal ein Bart wachsen wird. Aber nicht, weil er niemals weint, ein Sportass ist, Mathe gut und Stricken blöd findet. Ich möchte auch nicht, dass er ein Mädchen nur dann als ein Mädchen betrachtet, wenn sie rosa mag und lange Haare hat; gerne mit Puppen spielt und Kleider trägt. Und am Ende möchte ich einfach nicht, dass mein Sohn eines Tages seine Klassenkameradinnen mit diesen Bildern von Frauen vergleicht, die ihm in Zeitschriften, auf Plakatwänden und sogar schon im Kinderfernsehen begegnen. Ihr wisst schon, welche Bilder ich meine.

Und ich möchte nicht, dass mein Sohn das Wort „schwul“ jemals als Schimpfwort benutzt, ebenso wenig wie „weibisch“ oder „mädchenhaft“. Und sollte mein Sohn jemals mit diesen Worten „beschimpft“ werden, würde ich mir wünschen, dass er erst gar nicht versteht, was daran so schlimm sein soll.

Ja, das ist die rosa Brille, die ich aufsetze, wenn ich an eine Zukunft für meinen Sohn denke.

Aber wie will ich das erreichen?

Mit meiner Vorbildfunktion. Und damit, dass ich die Leute in meiner Umgebung mit genau jenem Thema richtig heftig nerve. Und zwar bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Neulich bot sich wieder so eine Gelegenheit und ich fragte bei Stephanie nach, warum ihre schönen neuen Spucklätzchen (ich kann hier leider nur die "Jungsversion verlinken, denn die Mädchenlätzchen waren nur bei Facebook zu sehen) denn nun ausgerechnet für kleine Mädchen gemacht seien. Es entspann sich daraus ein kurzer, reger Gedankenaustausch, bei dem wir fest stellten, dass wir bei diesem Thema gar nicht so weit auseinander liegen. Ich erfuhr zum Beispiel, dass sie nach langer Suche nach einem Stoff mit Einhörner drauf und Regenbögen endlich fündig geworden ist - und der Stoff ist nicht rosa. Damit hofft sie, den Mädchenmamis gerecht zu werden, die sich verspieltere und weniger neutrale Stoffmuster wünschen und trotzdem nicht in die „Rosafalle“ tappen wollen.

Warum das so wichtig ist? Weil Pink nun mal stinkt. Also die Pinkisierung kleiner Mädchen und die damit einhergehende Kategorisierung unserer Kinder in männlich und weiblich.

Natürlich ist das Geschlecht ein wichtiges Merkmal für unsere Kinder bei der Suche nach ihrem eigenen Ich. Wie bin ich? Wer bin ich? Ich bin ein Junge. Ich bin ein Mädchen. Nun reden wir mal gar nicht von den „wenigen“ Kindern, die sich da aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen nicht einordnen können. Sondern einfach von der Tatsache, dass für meinen Sohn die Kategorie „Junge“ plötzlich nur noch begrenzte Charaktereigenschaften und Vorlieben zulässt. Gut, dass er dann aber wenigstens weiß, dass er in Zukunft besser einparken können wird, als seine Spielkameradin.

Junge oder Mädchen? Oder einfach nur ein tolles Kind? Junge oder Mädchen? Oder einfach nur ein tolles Kind?

Und wozu genau ist diese Kategorisierung unserer Kinder im Säuglingsalter nötig? Warum trägt mein Mädchen rosa und mein Junge auf keinen Fall? Warum steht auf einer lachsfarbenen Strickjacke Garden Girl drauf? Und wer bestimmt, dass das mein Sohn dann nicht tragen darf? Bestenfalls niemand. Denn die Entscheidung liegt bei mir. Es geht in diesem Fall immer um den eigenen Geschmack. Wenn ich nicht will, dass mein Sohn rosa trägt, dann ist das meine Entscheidung. Und wenn ich die Entscheidung treffe, weil ich rosa nicht mag, dann ist das eine persönliche Sache. Aber wenn ich mich dagegen entscheide, weil das eine „Mädchenfarbe“ ist, dann kann das ruhig mal hinterfragt werden. Fürchte ich mich etwa davor, dass man mich dafür schief anguckt? Oder finde ich etwa, dass eine „Mädchenfarbe“ meinen Sohn verweichlicht? Dass er dann nicht mehr die Krone der Schöpfung sein wird? Oder dass er gar schwul wird?

Und leider hört das ja bei Rosa nicht auf. Blumenmuster? Schmetterlinge? Einhörner? Glitzer? Doch nicht für Jungs!

Vielleicht möchte ich ja nicht, dass mein Sohn sich später Fotos aus seiner Säuglings- und Kleinkindzeit ansieht und plötzlich entsetzt feststellt, dass er „Weiberkram“ tragen musste? Ja, das möchte ich tatsächlich nicht. Ich möchte, dass sich mein Sohn später seine Kinderfotos in einer Welt ansieht, in der es diese strikte Klassifizierung einfach nicht mehr gibt. Aber gerne darf er sich dann über den schlechten Modegeschmack von damals lustig machen.

Junge oder Mädchen? Oder einfach nur ein Kind mit schönen Sachen? Junge oder Mädchen? Oder einfach nur ein Kind mit schönen Sachen?

Darum bitte ich euch: versteckt eure Vorlieben bei der Kleidungswahl eurer Kinder nicht hinter dem Argument ihres Geschlechts. Sondern seid ehrlich zu euch selbst. Getraut euch zu sagen: Das Blau passt so gut zu ihren Augen, er mag Schmetterlinge richtig gerne, diesen Kapuzenpulli würde ich auch gerne haben, dieser Schnitt ist hervorragend geeignet für Bubis dicken Windelpopo. Und versucht ein wenig seltener zu sagen: „Das ist nichts für Mädchen, das ist nichts für Jungs.“ Ihr würdet mir dabei helfen, der Welt, die ich mir für meinen Sohn erträume, ein wenig näher zu kommen. Einer Welt, in der eben nicht alle gleich sind, sondern alle ganz anders. Alle ganz individuell.

Für alle, die dieses Thema weiter interessiert habe ich noch einige weiter Links zusammengetragen:

  • Eine Mutter über die Erziehung ohne Geschlechterklischees
  • Schönes Blog von einer Frau, die sich gegen das Mutter-Sein wehrt und nichts vom ewigen „Kind und Karriere“ hält, weil es an der Lebensrealität der meisten Menschen vorbei geht
  • viele Feministinnen mögen rosa
  • beim pinken Überraschungsei geht es nicht um Mädchen sondern um Jungen
  • Magazin für feministische Mutterschaft
  • in diesem Beitrag hat Dr. Mutti etwas sehr Schönes geschrieben zum Vorwurf der Gleichmacherei. Leider steckt das ganze in einem Beitrag, der eine Kolumne von Martenstein in der ZEIT auseinandernimmt (was Dr. Mutti scheinbar ganz gerne macht). Das Zitat würde dadurch wahrscheinlich eher untergehen und so eignet sich der Link nicht für den letzten Link in meinem Text (Alle ganz individuell). Hier das Zitat:„Richtig – eine Kategorie von Menschen – langweilig, zwei Kategorien von Menschen – hochspannend! Individualität, also etwa sieben Milliarden verschiedene Menschen – ach nee, das ist wieder zu viel, da müsste man sich merken, wie viele Nullen eine Milliarde hat. Zwei ist besser, zwei ist gut, zwei Arten Menschen, zwei Farben, das kann man sich gut merken.“ Vom 27.03.2014 um 14:00 Uhr"
Raphaela Bereuter via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
"oah der junge hat aber schöne Wimpern. Is doch ein ach nee jetzt seh ich s, is ja doch ein Mädchen, hatte die Rosa Streifen in der Hose übersehen
Stefanie Briel via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Warum ist das auch so wichtig, mein Sohn hat lange Haare, zieht gern Kleider an und mag Prinzessin Lilliyfee, er spielt gern Fußball, klettert und fährt wie ein verrückter Fahrrad. Er ist ein Kind und zum Glück sehr selbstbewusst so das er mit seinem Kleid auch in den Kindergarten geht..
Jennifer W Aus B via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Super Beitrag! Ich wollte von Anfang an nicht nur auf Pink und Rosa gehen bei meiner Tochter! Irgendwann war ich aber einfach nur genervt das sie ständig mit "der kleine" angesprochen wird weil sie oft blau und grün trägt. Ich habe auf Lila oder pink umgeschwenkt. Gleiches Ergebnis! "Der Kleine" blieb... und daher spielt sie weiter mit Feuerwehrautos und freut sich über ein Shirt mit einem Bagger drauf! Ja und mein "armer Sohn" trägt ihre Schlafsäcke (oje Rosa aber zum Glück ist es ihm egal! Hallo? Er ist Elf Monate alt was interessiert ihn Rosa oder blau?) oder er zieht ihre Krabbel Lederschühchen an die noch super in Ordnung sind aber halt eben violett mit Schmetterling! Ihn hat es bisher nicht gestört und ich hoffe das ich mich auch weiter nicht zu sehr in die Schiene drängen lasse!
Jana Rothämel via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Teilungswürdig :) Sehe ich genauso ...
Stefanie Briel via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Danke für den tollen Beitrag..
Melanie Hannah Hofer via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Voll gut! Erinnert mich an das Konzept der genderneutralen Kita egalia in Stockholm :) lili wird übrigens sehr oft für einen Jungen gehalten nur weil sie eher neutral angezogen ist ohne Hello Kitty kram und pink und schleife usw. Und ihre Haare sind halt auch zu nem natürlichen vokuhila gewachsen und ich werd ne Teufel tun und ihr nen niedlichen Bob schneiden!
Sonja Sorglos via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
(Regenbogen und einhörner, Stephanie? Braaaaauch ich :D )
Toller Gastbeitrag!
Maren-Anneke 20. Januar 2016 at 15:58
Hallo
Sehr sehr spannender Beitrag!!! ich mag es so, wie du Stephanie die Welt der Windeln öffnest für so viele andere wichtige und spannende Themen des Eltern/Mutter/Mensch seins. Und Jana vielen Dank für deinen tiefen Beitrag. Es ist sicher sehr schwer, alle Klischees aus den Köpfen zu werfen - mein Sohn malt immer am liebsten Lila Bagger, aber dass er sich so ausführlich für Maschinen, Technik und alle Fahrzeuge der Welt fasziniert ist so unglaublich typisch Jungenklischee und ich habe mich oft gefragt, ob das Zufall ist, ob es geprägt ist ohne dass wir es gemerkt haben oder einfach doch etwas auf unerforschten Bahnen weitergegebenes. Es gibt bei uns schon ein Stück weit Junge und Mädchen z.B. Kleider für meine Tochter, die ich meinem Sohn nicht angezogen habe. Aber in dem war sie tun und nachahmen versuche ich ganz offen zu sein, z.b. dass mein Sohn sich sehr gerne schmückt und Hüte trägt :-) Aber geht das weit genug? Mein Glück ist, dass ich selbst ein Bengel als Kind war - oft hat man mich für einen Jungen gehalten, ich stehe in Raufereien, Kletterabenteuern und Dreck hinter den Ohren sicher dem Klischee des Raufbolds in nichts nach und bin stolz darauf. Ja, die Augen auf und die Herzen für das, was uns unsere Kinder zeigen, das finde ich einen guten Leitfaden - danke dir!
Cécile Luna Maria via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Sehr schöner Beitrag und spricht aus der Seele..wir sind letztes We angesprochen worden,was unser Mädchen so macht..Wir haben einen Jungen..:) warum?weil wir ihm eine rot- gestreifte Hose angezogen haben und das TT was ich verwendet hatte Das light Rainbow von Girasol ist..Hey,mein Bubi trägt lila!Weile auch mal schön ist und hat viele bunte Sachen, weil er ein toller junger Wilder ist...
Katharina Mitter via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Super Beitrag. Bei mir haben alle gefragt ob ich einen neuen Überzug über den maxi cosi mache weil da jetzt ja elias rein kommt. Interssiert ihn ja überhaupt nicht ob ob blau oder pink
Fräulein Darling via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Mein kleiner Mann ist auch ständig ein "süsses Mädchen", nur weil ich ihn gerne rot anziehe, und ich ihm eine Puppe gekauft habe, um welche er sich mit seinen 15 Monaten so liebevoll kümmert.
Ulrike Strelow via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Mir war es schon immer reichlich egal für welche Geschlecht Farben "bestimmt" sind.
Meine Jungs waren immer buntig angezogen, viel rot, weil ich die Farbe einfach mag. Auch Lila haben sie viel getragen, Blau natürlich auch.
Und eine Tochter trägt ganz viel von ihren Brüdern auf. Ich mag auch Mädchenfarben und es gibt Tage da ist sie eindeutig Mädchen mit viel Lila.
So richtig typisch Mädchen Sachen mit hello Kitty und Glitzer sind eh nicht meine Welt, so was haben wir gar nicht im Haus. Ich gehöre zu der "Öko Klamotten toll finde Fraktion" und die Sachen können oft beide sehr gut tragen ;D
Ich finde es ja immer net zu lesen, wenn Mamas ein jungentaugliches tragetuch suchen...
Meinem Baby ist die Farbe eh schnuppe und es muss mir als Mutter gefallen, darum wurden meine Jungs auch n Lila Tüchern und mit Blümchen getragen :)
Amelie Strauß via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Mein Großer wird auch immer für ein Mädchen gehalten, weil neutral angezogen und halblange Locken. So what? Und gefällt er so eben ;)
Concita-Und Mike-Schulze via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Meine Töchter ziehen auch die Sachen ihres großen Bruders an. Meine jüngste hat ein neues Trageguch bekommen, in blau. Meine beiden Mådchen sehen am niedlichsten aus, wenn sie Theodor s Sachen tragen und der Große bekommt viel unisex und auch rot und lila. Kauf auch gerne braun und grün und gelb.... die Lieblingsfarben meines Sohnes sind pink und lila
Sören 20. Januar 2016 at 15:58
Beschäftigt mich auch immer wieder. Ich bin mir nie sicher, ob das schlimmer ist als früher (lies: in meiner KIndheit), oder ob es mir nur durch mein Kind stärker auffällt. Man muß der Tochter ja nur den Kapuzenpulli und ne Jeans anziehen und schon wird sie von niemandem, aber wirklich niemandem mehr als Mädchen angeredet. Die Option scheint dann völlig ausgelöscht.

Zwei Dinge dazu: Laut einer Studie, die ich natürlich nicht mehr wiedergefunden habe, ist die Neigung bei Vätern noch stärker ausgeprägt, ihren Töchtern "niedliche" Klamotten anzuziehen, also geschlechtsspezifische.
Was auch immer das aussagt.

Zum anderen, zur Farbe Rosa/ Pink (und man kann das nicht oft genug überall wiederkauen): Rosa ist erst seit ca. 100 Jahren weiblich konnotiert. Bis etwa zur Jahrhundertwende (19./20. JH) trugen kleine Kinder Pastellfarben, weil man die Kleider ja ohnehin ständig waschen mußte und kräftige Farben schnell ausgeblichen wären. Rosa, das "schwache Rot" war dabei den Jungs vorenthalten, weil Rot schließlich die kriegerische Farbe war - Mädchen trugen hellblau.

Das änderte sich erst, als Blau chemisch kostengünstig synthetisiert werden konnte und alle Uniformen blau eingefärbt wurden. Insbesondere im Kaiserreich des wilhelminischen Flottenwahns kamen dann die Matrosenanzüge für Jungs in Mode und Mädchen mußten auf rosa umschwenken. Scheint aber keine genuin deutsche Entwicklung gewesen zu sein, denn noch zur Jahrhundertmitte richtete eine europäische Königsfamilie (meine, es wäre die belgische gewesen) das Kinderzimmer in rosa ein, weil sie atürlich auf den Thronfolger hoffte.

Nur für den Fall, falls mal wieder jemand erzählen sollte, die Neigung zu Rosa sei bei Mädchen einfach angeboren, da könne man ja nix machen.
Windelmanufaktur via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Ich danke Euch allen für die wunderbaren Kommentare. Mir fällt gerade noch auf wie sinnbefreit es auch ist, den Kinderwagen nach dem Geschlecht des Kindes in rosa oder blau auszusuchen. *hmpf* Unserer war schwarz - und ich bin immer froh über diese Farbe gewesen....
Bettina 20. Januar 2016 at 15:58
Ein wunderbarer und wirklich wichtiger Beitrag. Danke Stephanie, dass Du weiter gesucht hast und uns mit Janas Gedanken bereichert hast.

Ich kann natürlich wieder mal nicht anders, als ein 'aber' anzuhängen.
Nachdem das alles gesagt ist, und die Argumente gemacht wurden und wir uns hier (scheinbar) alle einig sind...

... nach alle dem, warne ich aber noch vor was anderem: dem Verteufeln.

Wir Mamas haben in uns etwas, das es uns ganz leicht macht andere Mamas, die es (was auch immer 'es' ist) anders machen mit der Nase, den Augen oder im Geiste zu berümpfen. Also: Nase zu rümpfen und zu beurteilen.

Ja, auch ich kenne das Problem der generspezifischen Farben nur zu gut. Aus einem Bereich wo es noch komischer wirkt: bei Tragetüchern. Und jedes Mal, wenn eine Mama kommt und von 'jungsgeeigneten Farben' spricht oder Photos von einem wunderschönen schwarzen Luemai mit roten/rosa/gelben Applikationen auf den Trägern postet und meint 'ich kann doch nicht, das passt nicht zu unserem Jungen... viel zu mädchenhaft.'.... jedes Mal könnte ich erst aus der Haut fahren und dann zum Angriff blasen.

Angriff?

Ja, Angriff. Denn nichts Anderes ist es dann, wenn wir mit unserem überzeugten und überlegten Wissen und unseren Überzeugungen Andere im Alltag beurteilen. Davor möchte ich warnen. Denn als Mütter ist es so schon schwer genug und in den wenigsten Fällen sehen wir in die Familien hinein, in die Situationen (Thema: afrikanische Familien, Mischfamilien in denen ein Junge mit Puppe den Vater als Unmännlich entmachtet bspw).
Ja, ich weiss auch, dass in den meisten Fällen einfach was reproduziert ist und hinterfragen ist immer erlaubt.

Aber...

und jetzt kommt: embrace the pink.

Wenn man sich dann im Umkehrschluss kaum mehr traut den eigenen Mädchen rosa anzuziehen, weil man doch sooooo was gegen das Gendertyping machen will, dann ist auch wieder was falsch.
Und Jana schreibt das schön: zieht es ihnen an weil es euch gefällt, weil es zu ihnen passt, weil es zu eurem Bild von euren Kindern gefällt, nicht weil es irgendwelchen Stereotypen entspricht.

Aber geht nicht raus und beurteilt andere Mamas, die halt doch Cars, Lillifee et co. für ihre Jungen, Mädchen und sich selbst entdecken.
Denn auch bei Rosa gibts nicht nur Rosa, denn da ist noch fuchsia, lila, violett, blassrosa, lachrosa ... etc. etc. ;-)
Isabel Dragon via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
ganz toller Beitrag, der mich auch gerade zum nachdenken bringt....die erste derartige Situation hatten wir bereits im Krankenhaus nach der Geburt, da ich für Emil einen weißen kuschligen Pulli dabei hatte, welcher - owei- ein winziges rosafarbenes Schild am Ärmel hatte...ist mir bis dahin nie aufgefallen, der Krankenschwester aber schon: "wollen sie DEN echt ihrem Jungen anziehen, dann wird er doch für ein Mädchen gehalten" .....ja, genau!
Kristina Nienaber via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Ganz toller beitrag :)
Zur Geburt bekam ich einen Riesen Schwung -pinke- klamotten geschenkt! Ich dachte" oh nee"! Mmh klar Mädchen = PINK
Ok sie hatte dann wirklich ne zeit lang nur pinke Sachen an und beim einkaufen kam dann oh ist das ein süßer junge!
Egal wo und wann meine maus ist ein junge :D
Aber unsere Lieblings farben sind blau, grün, gelb, türkis, lila.
Und sie liebt es mit dem ball zu spielen und Papa beim aufbauen oder bohren zu zuschauen... ;-)
Tina Hans via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Was ich am wichtigsten finde: das Kind entscheiden lassen, was es tragen möchte und nicht blau überstülpen, wenn das Kind das nicht möchte. Ich finde es wird oft vergessen, dass Eltern die Gendermechanismen übergehen möchten, aber oftmals selbst voll dem Rollenklischee entsprechen. Schließlich erkennt man bei den meisten auf den ersten Blick ob man Mann oder Frau ist. Männer in Hosen, Frauen tragen lange Haare und Röcke. Ich selbst entspreche auch diesem Bild und bin auch sehr mit meinem Geschlecht zufrieden und das lebe ich auch vor. Ich versuche den Kindern die Freiheiten zu geben sich selbst auszuleben, aber schränke ich sie schon durch mein eigenes Erscheinungsbild ein?
Mag Da Lena via Facebook 20. Januar 2016 at 15:58
Ganz toll geschrieben!!! Ein thema das mir sehr am herzen liegt, auch wegen meiner eigenen kindheit. Und übrigens betrifft es nicht nur das wmf halstuch, sondern auch diese rosa windel...
Esther 20. Januar 2016 at 15:58
Toller Beitrag. Wir hören auch immer öfter "Och, ist der niedlich", bloß weil sie viel blau an hat. Der Hammer aber neulich: "Du hast aber lange Haare, ja schämst du dich nicht?" Ich war sprachlos. Ein paar Sekunden später: "Naja, aber niedlich ist er trotzdem!". Ich sage nur: "Sie." - "Oh, dann nehme ich alles zurück." Hä? Hallo? Darf ein 13 Monate alter Junge jetzt keine langen Haare mehr haben oder was??? Wir bleiben auf jeden Fall bei blau und grün und kräftigen Farben, einfach weil es ihr so gut steht :)
Maren-Anneke 20. Januar 2016 at 15:58
Aber ich finde es sollte ein Walfreiheit sein, aber nicht hießen, dass man kein Rosa mehr kaufen kann, kein Design, was einem Geschlecht zugeschrieben wird - ich finde es geht um Unabhängigkeit, aber sollte jetzt nicht hießen, dass man zwanghaft ein völlig neutrale Kleidung sucht, oder? soviel wegen dem Pfingsrosentraum - Frei wäre für mich, dass diese genauso ein Junge anziehen kann, wie ein Mädchen (der Name ist ja neutral)

und ich muss sagen, dass ich schon klar stolz bin, eine Frau zu sein und finde, dass ich meine Sozialisation unterscheidet von der eines Mannes, mein Körperempfinden unterschiedet sich, meine Sexuelle Entwicklung, meine Erfahrung als Mutter etc. Ich finde es kann auch nicht sein, dass man sagt, alles muss gleich sein, sondern wie Jana schreibt, es gibt viel mehr farben, als nur zwei. Aber dazu zählt doch auch, dass man durchaus Mädchen sein darf, wenn man es will, oder? Und das ein Mädchen, was gerne pink trägt dieses auch dürfen sollte und ihren eigenen Ausdruck wählen, auch wenn dieser dann geschlechtstypisch ist??
Chrissi 20. Januar 2016 at 15:58
Farben sind das eine - das geschlechtsspezifische Verhalten das andere. Beispiel: Wir waren zum Kindertobetag letztes Wochenende mit unserer zweijährigen Tochter. Dort wurde sie von einem kleinen Jungen geschubst. Der Kommentar der Mutte war dazu: "Das kannst du doch nicht machen, das ist doch kein Junge". Aha... Heute auf unserem tollen Kletterspielplatz: Ein ungefähr vierjähriges Mädchen wollte einen komplizierten Parcour überwinden. Ihr Opa meinte: "Komme lieber runter. Hier unten ist es für ein Mädl sicherer". Aha. Meine Mutter kurz nach der Geburt unserer Tochter: "Christina, das kannst du deinem Mädchen doch nicht anziehen. Die will doch auch wie ein hübsches Mädchen aussehen." Aha. Auch in meiner eigenen Biografie finde ich immer wieder Beispiele: Ich habe einen Motorrad Führerschein, bin großer Fußballfan usw. Immer wieder kämpfe ich gegen/mit meiner Familie darüber, ob das zu mir als Frau passt oder ob ich mich nicht lieber schminken und adrett anziehen sollte (beides geht ja nicht). Das ist, glaube ich, genau das, was Jana meint. Über die Farben hinaus werden Mädchen und Jungen von Geburt an in Schemas gepresst. Sie lernen dadurch, dass sie nur diese speziellen Verhaltensweisen, Denkarten, Möglichkeiten usw. in ihrem Leben aufgrund ihres Geschlechts haben. Und genauso werden sie sich später auch fühlen und verhalten und wieder weiter geben. Wir beschränken sie in ihren Möglichkeiten. Wir als Eltern haben aber die Chance diesen Kreislauf zu durchbrechen. Aber noch mehr. Wir haben die Chance Vorurteile im Allgemeinen zu hinterfragen und unseren Kindern diesen Zweifel in Schubladen mitzugeben.
Stephanie Oppitz 20. Januar 2016 at 15:58
Kommt, kommt :-)
Stephanie Oppitz 20. Januar 2016 at 15:58
Ich glaube viele Eltern sind sich auch so sehr bewußt und lassen ihr Kind einfach machen... Alexander liebte seinen rosa Ballerinahaargummi in seinen langen Haaren und trug ihn stolz in die Kita. Bis die Erzieherin uns bat, ihm das zu verbieten, weil er sonst gehänselt werden würde und wir es ihm OFFENSICHTLICH absichtlich schwer machen würde mit DIESER Frisur, dass er seine eigene Identität als Junge oder Mädchen finden könnte. Wohlgemerkt, die Erzieherin ging nicht auf die 60 zu, sondern war 30...

Um es kurz zu machen - irgendwann hatte sie uns weich und der Sohn hat nun kurze Haare. ZUM GLÜCK liebt er sich weiterhin - aber ich konnte am diesem Zeitpunkt den erzieherischen Qualitäten seiner Erzieherin nichts mehr abgewinnen... und ich habe auch erkannt dass wir Eltern ja viel machen können - wenn das pädagogische Umfeld nicht mitzieht ist es wahnsinnig schwer.
Stephanie Oppitz 20. Januar 2016 at 15:58
Ich habe auch keine Ahnung, warum ein Tragetuch zum Baby passen soll statt zu den Trägern.... *pffft* Das ist so wie mit der Farbe des Kinderwagens. Einfach sinnfrei.
Stephanie Oppitz 20. Januar 2016 at 15:58
Wir haben ja auch einen großen Jungen und zwei kleine Mädels. Daher kaufe ich schon lange möglichst unisex - und unser Sohn trägt zum Beispiel rosa schlafanzüge oder auch mal rosa Jacken , und die Mädels dementsprechend viel blau. Hauptsache die Farbe ist schön :-)
Stephanie Oppitz 20. Januar 2016 at 15:58
Danke für Deine Recherche Sören! Soetwas ähnliches hatte ich auch schonmal gelesen.
Ich finde Matrosenanzüge total schick - warum ist das eigentlich so aus der Mode?
Sören 20. Januar 2016 at 15:58
Die Seefahrt hat ihre Romantik verloren.
Merle 20. Januar 2016 at 15:58
Ich trage ihn mit roten Rosen, in schönem lila und auch in seinem/meinem ersten Tuch ist rosa enthalten, obwohl wir wussten, es wird ein "Hamburger Jung". Ich liebe seinen roten Pulli und dazu seinen beigen Strickstrampler und es geht mir meistens(nagut manchmal) am Hintern vorbei, dass er bei diesem Outfit immer mit " och, ist die aber süß. Wie alt ist sie denn....." angesprochen wird. Aber manchmal.......manchmal kriege ich die Krise! Herr-Gott-nochmal, der Pulli ist ROT, wieso soll das eine "Mädchenfarbe"sein? Alle bezeichnen sich als sehr sozial, unvoreingenommen und schwulenfreundlich. Wenn aber genau diese mich darauf ansprechen, Puppen seien was für Mädchen, Rosa ist für Mädchen, Rot ist für Mädchen, Einhörner, rote Rosen, lila Strümpfe, das weiße Mützchen mit zuckersüßen Rüschen, dies sei für Mädchen, jenes sei für Mädchen und überhaupt wolle ich denn, dass er verweichlicht und weibisch werde. Ja und? Was wäre, wenn er es dadurch werden würde? Wäre das schlimm? Soll er doch werden was er will! Hauptsache er ist glücklich und steht über solch überflüssigen und oberflächlichen Kommentaren einiger Gender-Kategorisierungs-fanatischen Übergendern. :)
Nadine 20. Januar 2016 at 15:58
Der Beitrag ist Klasse.
Ich sehe das auch so. Ich kleide meine Tochter zwar gern in Pink und Rosa, weil ich die Farben mag, aber ich hätte auch kein Problem meinem Sohn ein Shirt in pink anzuziehen, mein Mann allerdings schon, leider.
Und obwohl er kein rosa trägt, wurde er lange Zeit für ein Mädchen gehalten, meine Tochter hingegen auch in rosa für einen Jungen. Es ist also völlig egal, wie man sein Kind kleidet, die Leute sehen das, was sie sehen wollen.
Ich bin da total entspannt. Wenn meine Tochter gern das Cappy mit Cars vom großen Bruder tragen möchte, und mein Sohn hingegen das Pinke mit Minnie Mouse, dann ist das so und dann gehe ich auch so mit den beiden zum Spielplatz oder zum Einkaufen. Die Blicke der anderen interessieren mich nicht. Mein Sohn darf auch mit Puppen spielen und meine Tochter mit Traktoren. Was ist schon dabei!?
Ach ja, eine WMW mit Einhörnern und Regenbogen habe ich auch. Ich liebe Einhörner. Meine Tochter mag sie leider nicht so gern, deshalb dient sie jetzt als Puppenwindel.
Meinem Sohn würde ich die im übrigen auch anziehen, aber der braucht keine Windeln mehr ;-)
Sarah 20. Januar 2016 at 15:58
Danke! Als Mutter von drei Kindern habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht. Besonders berührt hat mich dieser Teil: "mein Sohn zwar ein Mann ist, weil er einen Penis hat und ihm später mal ein Bart wachsen wird. Aber nicht, weil er niemals weint, ein Sportass ist, Mathe gut und Stricken blöd findet."
Das trifft es genau! Für mich war das immer selbstverständlich aber ich habe in letzter Zeit (seit ich auch eine Tochter habe) feststellen müssen, dass das in unserer Gesellschaft immer noch nicht selbstverständlich ist.

Was die Kleidung betrifft: Ich habe himmelblau ab ca. dem 3 Monat nicht mehr sehen können- daher gab es hier alle Farben. :) Die Kinder haben sich ihre Farben immer selbst ausgesucht- und schon mit ca. 1 1/2 Jahen eigene Vorstellungen gehabt (ich hätte nie grün/orange ausgesucht aber der Große hat es geliebt!). Bei einem Mädchen nach zwei Jungs bin ich dann aber doch in die Rosafalle getappt. -Nur um festzustellen, dass sie rosa zwar nett findet aber dunkelblau, türkis und knallrot noch lieber mag :) Also gibt es hier wieder "neutrale" Farben und Themen.
Der Mittelbub liebt überigends gerade Pferde- aber es gibt anscheinend nur Pferdestoffe in/mit Rosa- das will er nicht.
Vielen Dank für diesen inspirierenden Text!
Kathrin 20. Januar 2016 at 15:58
mein sohn liebt "my Little Pony" genauso wie sein playmo-piratenschiff, würde im leben niemals lila anziehen und lackiert sich gerne die nägel. meine tochter hat schon mit zehn Monaten die puppe gefüttert und das Spielzeugauto links liegen lassen. und mein Baby (und hier bleibe ich absichtlich neutral) trägt rosalila blumengemusterte schmetterlingswindeln - und zwar weil ICH das mag! und wenn ich mir mal eine wmw leisten kann, dann wird sie rosalilaglitzerpink. ich hoffe inständig, bei dir damit keinen augenkrebs auszulösen ;-)
Katarina 20. Januar 2016 at 15:58
Also ich finde die Mail nicht so gepfeffert, wie du sie angekündigt hast ;)

und zu Jana: ganz ganz toll. Du schreibst mir aus dem Herzen
Annette 20. Januar 2016 at 15:58
An Bettina: Du sprichst mir aus dem Herzen! Mein Mann und ich sind beide Erzieher und haben von daher entsprechendes Hintergrundwissen zu diesem Thema. Und was ist passiert? Tataaaa! Wir haben drei Mädchen! Lieblingsfarbe? Rosa! Haben wir das so "gemacht"? Aber nein! Wir haben den Kindern sämtliche Farben aus Gottes schöner Welt angezogen. Aber bei rosa kamen Kommentare, wie: Annette, das ist doch nicht dein Ernst!? Nun- doch! Denn meinen Mädels gefällt es und es steht ihnen sehr gut. Darf ich es ihnen jetzt aus Professionalität nichtmehr anziehen? Ich denke doch. Sie haben sich die Farben selber gewählt. Und dennoch suchen sie nicht täglich nach den rosanen Klamotten im Kleiderschrank. Sie sehen nicht immer nur rosa aus. Ich denke, Alles in Allem ist das ein großes Thema, das aber meiner Meinung nach in beide Seiten zu extrem werden kann. Wer rosa nicht mag, muss es seinen Kindern nicht anziehen. Ich persönlich wiederum ziehe meinen Mädels auch keine schlammfarbenen Pullover mit Dinos an. Weil es mir einfach an ihnen nicht gefällt. Schlimm? Nein! Einfach eine Frage des Geschmacks! Trotzdem finde ich den Artikel von Jana und die Gedanken von Stephanie hier toll, denn es lohnt sich immer, über dieses Thema mal nachzudenken. DieStoffwindeln von Stephanie hab ich übrigens in neutralen Farben gewählt- falls doch mal noch ein Junge kommt ;) Da bin ich wohl doch etwas eigen. Bei Schlafanzügen und solchen Dingen wäre es mir allerdings nun auch wieder schnuppe. Sieht ja kaum jemand ;) Und wisst ihr was ? Seit drei Monaten hat unsre Große nun eine neue Lieblingsfarbe: Türkis. So schnell kann das gehen. :-)

Danke, tolles Diskussionsthema!
Jane Neumann 1. Dezember 2018 at 09:57
* Absolut Spitze *
Ich bin begeistert über die nicht nur tolle Art zu sagen, dieser Beitrag *Jana* muss publik gemacht werden - im Sinne von etwas jemand anderem zu GÖNNEN, sondern ebenfalls genau dieser so bedachten Worte - Kritik zu äußern, zugleich auch den Respekt zu erweisen persönlich darüber entscheiden zu können ob es öffentlich besprochen wird oder privat zur Anregung / Auseinandersetzung dienen soll!! *Wirklich - einen Farbwahl je nach eigenen Assoziationen und Vorstellungen Daumen nach oben Für Dich Jana*

Ich habe einen Sohn, welcher in jungen Jahren so sehr auf Schmetterlingen stand und eine Tochter mit derart blauen Augen, dass Sie in der Kita als Blauauge Ihren Spitznamen erhielt und ich tatsächlich mich oft im Zwiespalt befand /befinde ob es farblich lieber doch nicht zum Ausdruck gebracht werden sollte und man ändert nichts, wenn man selbst nichts ändert und Dank Euch positiv beflügelt mich fühle es fortan einfach genau so zu handhaben wie es mein Gefühl mir sagt, weit ab von "Was wohl die Anderen sagen werden" , ohne damit jemanden respektlos zu erscheinen und zugleich ein Zeichen zu setzen seid und bleibt wie Ihr seid, steht nur dazu, der R es t wird sich fügen!! HAUPTSACHE DAS FÜR UND WIDER WIRD NEUTRAL VON EUPHORIEN DES MOMENTS AN EINEN HERANGETRAGEN und zugleich gestärkt durch Euch damit umgehen zu können falls etwas doch mal gewiss anfeindend einen traf!!! Ganz liebe Grüße in diese Runde und Unseren Kindern, welche es nicht nur besser haben sollen, es genauso besser handhaben als ich es z. B. tat und bestimmt oft genug mit 'nem' Klapps zur Stirn *wie hab ich das nur wieder geschafft:)) * womöglich noch tun werde.. ,
Happy Time wünscht Jane
Claudia Winterle 21. Dezember 2018 at 11:20
Ich bin gerade auf diesen Bericht gestoßen, eher zufällig... und was soll ich sagen: mich hat das sooooo berührt! Denn nicht nur die Mädchen werden mit dem "Rosa-Wahn" total in ihrer Individualität eingeschränkt, sondern ich ärgere mich auch wenn ich für meine Söhne (habe 3 davon und eine Tochter) nur blau, grau und khaki-grüne Sachen bekomme. Dürfen Jungs nicht farbenfroh bunt sein? Auch wir widersetzen uns diesem Trend und genießen die Vielfalt! Wäre doch schade, wenn all das Schöne immer nur dem einen oder dem anderen Geschlecht vorenthalten bliebe. Danke, dass endlich mal jemand was dazu schreibt und zum Denken anregt. - ich weiß, der Bericht ist schon etwas älter - trotzdem top aktuelles Thema - leider immer noch