Allgemeine Tipps zum Babyschwimmen

Babyschwimmen – ja oder nein?

Babyschwimmen mit Schwimmwindeln der Windelmanufaktur

(Lesezeit 8 Minuten)

Mit dem Babyschwimmen ist es ein bisschen so wie mit anderen Babykursen. Weil es viele Familien machen und in fast jedem Schwimmbad angeboten wird, glaubst du vielleicht, dass es so sein muss. Es klingt ja auch schlüssig, dass dein Baby sich im Wasser so pudelwohl fühlen würde wie im Mutterleib. Das kann doch nur gut sein. Und diese Geschichte mit dem Atemanhalte-Reflex klingt auch ganz spannend? Stimmt es eigentlich, dass das Kind dann auch früher schwimmen lernt?

Wir möchten dir auf dieser Seite einige Tipps geben, die dir bei der Entscheidung helfen, ob und wie Babyschwimmen für euch geeignet ist. Denn uns ist auch bei diesem Thema wichtig, dass es achtsam und bedürfnisorientiert erfolgt.

Auf jeden Fall empfehlen wir dazu natürlich unsere Schwimmwindeln, egal ob zum Babyschwimmen, später zur Wassergewöhnung oder vielleicht sogar zum Schwimmenlernen.

 

Unsere Tipps zum Babyschwimmen – kurz und knapp

  • Babyschwimmen ist kein Muss. Euch entgeht kein wichtiger Entwicklungsschritt, wenn ihr es nicht macht. Aber wenn es euch gefällt, ist es eine wunderbare Bewegungsform in einem anderen Element.
  • Beginnt erst mit dem Babyschwimmen, wenn ihr eine Routine habt und das Immunsystem stark genug ist.
  • Das Schwimmbad und die Wassertemperatur sollten für euch angenehm warm sein, und dein Baby sollte gut ausgeschlafen sein.
  • Behalte zu jeder Zeit Körperkontakt zum Baby und achte darauf, dass es nicht auskühlt (maximal 30 Minuten Badezeit).
  • Benutze bitte keine Schwimmhilfen wie Schwimmflügel oder Kopfringe.
  • Babyschwimmen ist weder Wassergewöhnung noch Schwimmenlernen. Du musst deinem Kind nichts beibringen, und untertauchen musst du es auch nicht.

 

Babyschwimmen, Wassergewöhnung oder Schwimmenlernen?

Babyschwimmen, Wassergewöhnung oder Schwimmenlernen - eine Abgrenzung

Zuerst einmal eine kleine Klarstellung der Begriffe:

  • Unter Babyschwimmen verstehen wir den spielerischen Wasserkontakt vorrangig im ersten Lebensjahr. Es geht nicht darum, dass dein Baby etwas erlernt. Es geht lediglich darum, dass du deinem Baby die Bewegung im Wasser erfahrbar machst.
  • Unter Wassergewöhnung verstehen wir die Vorbereitung auf das Schwimmenlernen. Durch gezielte Übungen wird deinem Kind eventuelle Angst vor Wasser genommen. Es lernt grundlegende Verhaltensweisen beim Nassspritzen, Untertauchen, Springen, und so weiter.
  • Unter Schwimmenlernen verstehen wir gezielte Übungen, die dein Kind dazu befähigen, sich mit kontrollierten Bewegungen für einen gewissen Zeitraum über Wasser zu halten.

In unserem Beitrag geht es um das Babyschwimmen im ersten Lebensjahr.

 

Ab wann kann man zum Babyschwimmen oder zum Schwimmen allgemein? 

Ab wann zum Babyschwimmen?

Der beste Zeitpunkt für einen Kurs bzw. den ersten Kontakt mit Wasser im Schwimmbad hängt von vielen Faktoren ab. Eine pauschale Empfehlung können wir nicht geben. Generell solltest du diese Punkte beachten: 

  • Du und dein Baby solltet eine Routine im Alltag haben, damit ihr genug Energie für die neuen Reize im Wasser habt. 
  • Dein Baby hat keine Anzeichen von Allergien. 
  • Ihr fühlt euch im Wasser wohl. Dein Baby hat beim Baden in der Badewanne sichtlich Spaß am Wasser.
  • Du kennst die aktuellen Schlafzeiten deines Kindes, damit es sich ausgeschlafen dieser neuen Situation stellen kann. 

Viele Empfehlungen besagen, dass Babys so früh wie möglich an das Wasser gewöhnt werden sollten und sie so später besser schwimmen lernen. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. 

Die meisten Babys können zirka ab dem dritten Monat den Kopf stabil halten, was das gemeinsame Bewegen im Wasser sehr vereinfacht. Ab dem vierten Monat hat sich schon wesentlich mehr Unterfett in der Haut aufgebaut, um Temperaturschwankungen auszugleichen, und die Bindung zur Bezugsperson ist stabiler. Ein weiteres Argument dafür, ein paar Monate zu warten, bevor ihr mit dem Schwimmen beginnt: Je älter dein Kind ist, desto besser kann es die neuen Reize verarbeiten. 

Wenn dein Kind eher unruhig und schnell überreizt ist, kann es sinnvoll sein, erst nach dem sechsten Lebensmonat den ersten Schwimmbadbesuch anzutreten. Die Lichter, Geräusche und das große Wasser können zuerst beunruhigend wirken und ein Baby erschrecken. 

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät dazu, Kinder erst ab dem 12. Lebensmonat ins öffentliche Schwimmbad mitzunehmen. Dann ist das Immunsystem normalerweise ausgereift und die Rotaviren-Immunisierung abgeschlossen. Kinder sind laut der Ständigen Impfkommission ab dem Alter weniger anfällig für Magen-Darm-Infekte. 

Generell gilt, dass jede Familie nach eigenem Ermessen entscheiden sollte, wann und ob sie mit ihrem Baby zum Babyschwimmen geht. Setzt euch nicht unter Druck und probiert gemeinsam aus, wie sich der Schwimmbadbesuch am entspanntesten gestalten lässt. 

Durch Baden und Waschen kennt dein Baby das Element Wasser außerhalb des Mutterleibs schon gut und wenn ihr euch gemeinsam im Schwimmbecken bewegt, gibt dies eher neue Bewegungsanreize und schafft eine gute Bindung zu den Eltern. Da Kinder erst mit fortgeschrittenem Alter Schwimmen lernen können, brauchst du keine Angst haben, dass dein Kind die Möglichkeit verpasst, früh schwimmen zu lernen. Es geht beim Schwimmen mit deinem Baby eher darum, sich im Wasser wohlzufühlen. 

 

Was sollte ich beim Schwimmen mit Baby beachten? 

Damit das Schwimmen positive Auswirkungen auf dein Baby hat, solltest du darauf achten, dass ihr euch im Wasser wohl fühlt. 

  • Wenn dein Baby angeschlagen ist, solltet ihr lieber zu Hause bleiben, um Infektionsrisiken zu vermeiden. 
  • Die Wassertemperatur sollte bei 32-34°C sein. Die Lufttemperatur bei 30°C.
  • Halte es stets warm und dicht an deinem Körper, damit es deine Nähe spürt und sich sicher fühlt.
  • Achte darauf, dass dein Baby nicht auskühlt. Höchstens eine halbe Stunde solltet ihr im Wasser bleiben. Wenn die Lippen blau werden, ist es längst zu spät. 
  • Wenn ihr das Wasser verlasst, ziehe sofort die Schwimmwindel aus und trockne dein Baby gut ab.
  • Nimm, wenn möglich, eine Begleitperson zu euren ersten Besuchen mit. So geht das Umziehen schneller und leichter. 
  • Dein Baby wird nach dem Baden sicherlich hungrig und erschöpft sein. Stelle dich auf ausgiebiges Stillen oder halte ein Fläschchen bereit.

 

Was brauche ich zum Babyschwimmen

Was brauche ich zum Babyschwimmen?

In den meisten Schwimmbädern ist das Tragen von Badebekleidung Pflicht, auch für Babys. Wir empfehlen dafür natürlich unsere Schwimmwindeln, da sie verhindern, dass das große Geschäft ins Wasser gelangt. Denn darum geht es in erster Linie. Auf unserer Produktseite erfährst du mehr über unsere Schwimmwindeln.

Zusätzlich ist eine Wickelunterlage hilfreich, wenn du dein Baby noch in der Schwimmhalle wickeln möchtest. Mit ihrer PUL-Schicht lässt sie auch keine Feuchtigkeit von unten durch, so dass du sie getrost auf eine feuchte Fläche legen kannst.

Um die feuchten Badesachen nach Hause zu transportieren, ist ein Wetbag perfekt. Die Schwimmwindel solltest du vorher gut auswringen.

 

Häufig gestellte Fragen

Kind mit Schwimmwindeln der Windelmanufaktur im See

Hier haben wir noch ein paar Fragen und Antworten für dich gesammelt, die dir vielleicht unter den Nägeln brennen.

Sind Schwimmflügel oder andere Schwimmhilfen empfehlenswert?

Wir raten von der Benutzung von Schwimmhilfen ab. Das hat zwei Hauptgründe:

  1. Sie vermitteln eine falsche Sicherheit. Manche glauben, weil das Baby durch eine Schwimmhilfe Auftrieb erfährt, muss man es dann nicht die ganze Zeit festhalten. Ein aus unserer Sicht falscher Ansatz. Es ist deine Aufgabe, deinem Baby Sicherheit durch Körpernähe zu geben.
  2. Dein Baby bekommt ein falsches Gefühl von Auftrieb. Eigentlich möchtest du mit ihm das Element Wasser kennenlernen. Aber durch die Schwimmhilfe nimmst du ihm das Vergnügen. Es spürt dadurch nicht, wie sich Wasser wirklich anfühlt.

Kann ich mit meinem Baby auch in freie Gewässer?

Das können wir pauschal nicht beantworten. Jedoch sei hier anzumerken, dass freie Gewässer zur meisten Zeit in Nordeuropa wahrscheinlich zu kalt für dein Baby sind. Dort, wo sie eventuell 30°C Wassertemperatur überschreiten, ist es eventuell zu sonnig, so dass du auf genügend Hautschutz achten muss.

Babytauchen - sinnvoll oder gefährlich? 

Dein Baby unter Wasser zu tauchen mag dir unbehagliche Gefühle bereiten. In vielen Babyschwimmkursen war es lange üblich, durch Vorbereitung den Atemanhalte-Reflex auszulösen und das Baby unter Wasser zu tauchen. 

Heutzutage wird diese Praktik kritisch gesehen, denn es ergeben sich keine offensichtlichen Vorteile daraus. 

Auf dem Merkblatt zum Thema Babytauchen des DLRG findet man diese Erklärung: 

“Säuglinge kommen mit einem Atemanhalte-Reflex zur Welt. Er äußert sich dadurch, dass bei Benetzung des Gesichtes mit Wasser oder kühler Luft der Atem angehalten wird. Dieser Reflex verschwindet individuell sehr unterschiedlich, meist im ersten Lebensjahr, bei einigen Babies schon nach vier Wochen. Ist der Atemanhalte-Reflex erloschen können Babies Ertrinkungsunfälle erleiden! Beim Untertauchen besteht daher kein zuverlässiger Schutz vor Ertrinken.” (...) 

Hier ist eine Zusammenfassung der Argumente gegen das Babytauchen: 

  • Neben dem Risiko, Wasser zu verschlucken und einzuatmen, kann das Untertauchen dein Baby verstören und ängstigen. 
  • Den Atemanhalte-Reflex absichtlich und wiederholt auszulösen, bringt deinem Baby keinerlei Vorteil bei der Anpassung an seine neue Umgebung außerhalb des Mutterleibs und auch nicht beim Bewegen im Wasser. Da es sich um einen Reflex handelt, ist es nicht möglich, ihn zu stärken, um Babys vor dem Ertrinken zu schützen oder die Selbstrettung zu trainieren. 
  • Dein Baby kann sich weder emotional auf das Untertauchen vorbereiten, noch dazu äußern, ob es untergetaucht werden will. Den Atemhalte-Reflex willkürlich auszulösen, kann daher als übergriffig betrachtet werden; auch, da es sich nicht um einen Notfall handelt.   

Lernt mein Kind durch das Babyschwimmen schneller schwimmen? 

Dazu die Äußerung der DLRG: “Obwohl anekdotisch darüber berichtet wird, dass durch Babyschwimmen die Selbstrettungsfähigkeit der Kinder gesteigert werden kann, steht der wissenschaftliche Beweis dafür aus! Allgemein anerkannt ist, dass erst im Alter von vier bis fünf Jahren die motorischen Fähigkeiten so entwickelt sind, dass Kinder richtig Schwimmen lernen können! Inwieweit Babyschwimmen sich beschleunigend auf die allgemeine motorische Entwicklung von Säuglingen auswirkt, wird diskutiert und wissenschaftliche Daten hierzu stehen noch aus. Allgemein kann man jedoch davon ausgehen, dass jeder Bewegungs(an)reiz zu einer Förderung motorischer Entwicklung führt.” 

Ab wann kann mein Kind schwimmen lernen? 

Die wichtigsten Elemente, welche zum Schwimmen notwendig sind, können Kinder bereits ab zirka zwei Jahren auf ganz einfache und spielerische Art und Weise erlernen. Die wichtigste Grundlage dafür ist der regelmäßige (Tief-)Wasserkontakt. Je häufiger das Kind im Wasser sein darf, desto mehr gewöhnt es sich daran und entwickelt ein gutes Körperbewusstsein im Wasser. Ein Eltern-Kind-Kurs bietet eine tolle Möglichkeit, die ersten Grundlagen des Schwimmens bei einer 1:1 Betreuung mit einer Bezugsperson zu erlernen. 

Was kann ich mit meinem Kleinkind üben? 

  • sich nass spritzen mit Wasser 
  • selbständig duschen (auch Haare und Gesicht) 
  • horizontale Wasserlage (Bauch- und Rückenlage) 
  • ausatmen ins Wasser 
  • Atem anhalten 
  • (vollständig) untertauchen 
  • mit den Füßen vom Beckenrand abstoßen 
  • ins Wasser springen (die Begleitperson steht dabei NEBEN dem Kind, sodass das Kind ins Wasser und nicht zur/auf die Begleitperson springt) 

Motorisch richtig schwimmen lernen können Kinder erst ab einem Alter von vier bis fünf Jahren. Und auch, wenn du nicht mit deinem Kind diese Übungen frühzeitig machst, wird es schwimmen lernen. Hauptsache ist, dass dein Kind Freude an der Bewegung im Wasser entwickelt und selbst herausfinden kann, welche Effekte der Wasserwiderstand haben kann.

Da zum Schwimmen auch ein enormer Kraftaufwand erforderlich ist, gelingt es in der Regel schneller, je älter (und dadurch kräftiger) dein Kind ist. Wenn es also „erst“ mit sechs oder sieben anfängt, ist dies auch kein Beinbruch, da der Prozess insgesamt schneller ist.

Schwimmen lernen mit Schwimmwindeln der Windelmanufaktur