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Ein Tag im Home Office mit unserer Mitarbeiterin Thu

Ein Tag im Home Office mit unserer Mitarbeiterin Thu
Von Thu 17. April 2020 1361 mal angesehen

Hallo, ich bin Thu aus dem Marketing. Ich wohne in Hannover, deswegen bin ich sowieso meistens im Home Office. Es ist jetzt zur Corona-Zeit natürlich trotzdem anders als sonst. Hier gebe ich einen kleinen Einblick in meinen Arbeitsalltag.

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Bildcredit: jeskothiel.com

6:45 Uhr:

Mein Tag beginnt um 6.45 am Schreibtisch. Da ich meine Kinder (5 und 9) nicht für Schule oder Kindergarten fertig machen muss, kann ich bis 8 Uhr ungestört arbeiten. Ich lese alle Nachrichten im Firmenchat, die seit meinem Feierabend aufgelaufen sind. Da wir zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten, ist der Chat wichtig, um nichts zu verpassen.

8:15 Uhr:

Der Kleine (5) ist wach und will erst einmal kuscheln. Ich überprüfe vormittags meistens die vielen Tasks, die zu erledigen sind: Produkttexte, Social Media, Website, ... Danach geht's ans Texten und Redigieren.

Die Kinder lesen mindestens eine Stunde still für sich. Ein Segen ist das! Aber über den Tag verteilt gibt es trotzdem immer mal die Notwendigkeit zu trösten, gucken, ermahnen, usw.

8:45 Uhr:

Frühstück. Da bin ich ungefähr genauso spartanisch wie mit meinem Arbeitsplatz. Die Große (9) liebt das Lesefrühstück: Sie darf beim Essen lesen Der Kleine hat die Angewohnheit bereits übernommen.

9 Uhr:

Ich bekomme handgefilterten Kaffee vom Ehemann an den Schreibtisch gebracht Er hat gerade eine Ausbildung zum Pfleger angefangen. Die findet wegen Corona jetzt vorerst online statt. Ich bin schwer begeistert von der schnellen und professionellen Umsetzung des Ausbilders. Für uns beide heißt es, Vollzeit im Home Office zu sein. Uff.

9:30 Uhr:

Der Boden bebt und die Wände wackeln. Der Mann hat Pause, und nebenan wird Sport mit @albaberlin gemacht.

10 Uhr:

Social Media Redaktionssitzung per Video. Wir konferenzen schon immer so, deswegen ist es jetzt nichts Neues. Lea aus Soest, Stephanie und Fabi aus ihren Wohnungen in Dresden, ich aus Hannover. Manchmal ist auch Sylvia aus Dachau dabei.


13 Uhr:

Der Mann hat eine neue Waschladung fertig gemacht. Aber das bleibt jetzt erstmal so liegen. Notfalls überpringen wir halt den Schritt über den Kleiderschrank. Er kocht auch lieber als ich. Ich bin eh ein Haushaltsmuffel, aber momentan fällt es mir besonders schwer... Den Kindern geht's nicht anders. Nach ein bisschen Aufräumen und Schulaufgaben dürfen sie TV gucken oder Wii spielen. Die ist zum Glück immer mit sehr viel Bewegung verbunden.

13:15 Uhr:

Zum Texten gehört auch jede Menge Recherche. Wir lesen viele wissenschaftliche Texte über Hygiene, Hautgesundheit, Ausscheidungen, CO2-Ausstoß, etc. Ich bin promoviert und finde wissenschaftliches Arbeiten einfach total spannend!

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen entwickeln wir die Themen und Inhalte. Ich bin für die Struktur und Texte zuständig, Lea zaubert die Grafiken und Fabi kombiniert alles zu schönen Beiträgen im Web zusammen.

15 Uhr:

Mein Mann verschiebt ein paar Selbstlernaufgaben auf den Abend und fährt schon einmal mit den Kindern in den Schrebergarten. Ich bin so dankbar dafür, dass wir ihn haben! Hier können wir uns ungehindert draußen bewegen und austoben. Mir tut es richtig gut, hier den Kopf frei zu kriegen.

Wir haben kurz vor den Schutzmaßnahmen noch unsere neue Gartenlaube aufbauen können. Was für ein perfektes Timing!

16 Uhr:

Ich mache Feierabend. Ich fahre an manchen Tagen zu meinem Vater ans andere Ende der Stadt. Er ist schon sehr alt und dazu auch dement. Ich mache seine Besorgungen, aber auch so Kleinigkeiten, wie die Armbanduhr auf Sommerzeit umzustellen. Und er freut sich, wenn er mit mir eine Runde Fahrradfahren kann. Er wohnt am Rande eines Naturschutzgebiets. Da ist es einfach herrlich, draußen zu sein.

18 Uhr:

In der Zwischenzeit werkelt mein Mann in der Küche, und immer öfter helfen die Kinder mit. Heute gibt's selbstgemachte Pasta

Wir essen normalerweise zwei Mal am Tag warm. Deswegen ist es jetzt auch keine Umstellung, jeden Tag für die komplette Familie zu kochen. Momentan gibt es aber auch einfach mal Abendbrot, weil Zeit und Muße fehlen.


19 Uhr:

Wir spielen noch etwas zusammen. Meistens UNO oder ein Quartett. Aber der Kleine mag auch strategische Spiele.

20 Uhr:

Die Kinder müssen sich bis acht bettfertig machen. Dann lesen sie noch eine halbe Stunde, und dann wird das Licht ausgemacht.

21 Uhr: Ich lese noch ein paar Nachrichten im Firmenchat, klick mich durch die sozialen Medien oder flicke noch eine löchrige Hose.

Aber das passiert momentan wirklich selten. Ich freue mich schon darauf, wenn Kindergärten und Schulen wieder öffnen, auch wenn es nur teilweise ist. Ich merke, wie das allmählich an den Kräften zehrt.

Das war mein Tag im Home Office.

Ich freue mich, wenn dir dieser kleine Einblick in meinen Arbeitsalltag gefallen hat. In meinem privaten Instagram-Account zeige ich noch mehr von meiner Leidenschaft für den Garten, das Stopfen oder Sticken.