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Tausend Gute Gründe für Stoffwindeln: Teil 2 – breit wickeln

Von Chefin 26. Januar 2013 20359 mal angesehen

Breit wickeln kann die Bildung gesunder Hüften fördern

In diesem Beitrag beschreibe ich Dir, warum das breite wickeln mit Stoffwindeln bei Neugeborenen sinnvoll ist.

Baby breit wickeln mit Stoffwindeln gegen Hüftdysplasie.

Baby breit wickeln mit Stoffwindeln

Gerade bei Mädchen ist eine leichte Hüftdysplasie im Säuglingsalter keine Ungewöhnlichkeit (laut Wikipedia ist sie sechs Mal häufiger als bei Jungs). Da ich selbst eine Hüftdysplasie habe kenne ich die ganzen Horrorgeschichten von Spreizschienen und Co. Inzwischen gibt es da verträglichere Spreizhosen als noch vor 30 Jahren, aber Stoffwindeln können bei leichten Hüftdysplasien sehr sinnvoll sein.

Das Skelette von Neugeborenen ist noch nicht vollständig verknöchert, teilweise ist es knorpelig. Zu diesen noch nicht verknöcherten Teilen gehört auch die Hüfte, sie wird dann “unreif” genannt.

Ich zitiere jetzt mal von Wikipedia: “Dies wäre von Natur aus nicht weiter schlimm, denn das Kind bringt die genannten Reflexe mit, die es beim Hochheben automatisch die Anhock-Spreizstellung und den gerundeten Rücken einnehmen lassen. Auf der Hüfte – dem von Natur aus zum Tragen des Säuglings vorgesehenen Platz – sind die Oberschenkel des Kindes in einem Winkel von 100° bis 110° (Oberschenkel im Vergleich zum gestreckten Bein, der Oberschenkel ist also weit angehoben, nicht wie beim Sitzen etwa 90°, sondern eben 100–110°) angehockt, und die Spreizung der Beine hat einen Winkel von ungefähr 45° (Winkel Oberschenkel–Beckenmitte/Hüftgelenk). In dieser Stellung drücken die Köpfe der Oberschenkelknochen ins Zentrum der Hüftpfannen. Die Belastung der Pfannenränder ist gleichmäßig verteilt. Die Verknöcherung kann optimal – ohne Verformungen – erfolgen. Es bilden sich gut ausgebildete Schenkelköpfe und Hüftpfannen. In anderen Stellungen dagegen, etwa mit hängenden Beinen, drücken die Köpfe der Oberschenkelknochen an die noch knorpeligen und damit verformbaren Pfannenwände und -ränder, und Verformungen an Oberschenkelknochen-Köpfen und Rändern der Hüftpfannen können die Folge sein.[2]

Nicht nur die Knochen, auch die Bänder und Muskeln profitieren von der Anhock-Spreiz-Haltung. In dieser sind Muskeln und Bänder der Beine in Ruhestellung und werden nicht gedehnt. Die Bewegung während des Tragens fördert außerdem die Durchblutung von Knochen und Gelenken sowie Muskeln – und damit die raschere und bessere Verknöcherung und frühere Kräftigung der Muskeln.”

Zur unterstützenden Behandlung von Hüftdysplasie kann das Wickeln mit Stoffwindeln sinnvoll sein.

Zur unterstützenden Behandlung von Hüftdysplasie kann das Wickeln mit Stoffwindeln sinnvoll sein

Das Tragen der Kinder in dieser Haltung fördert ideal die Bildung gesunder Hüften und kann zur Prävention und als unterstützende orthopädische Behandlung eingesetzt werden. Wickeln mit Stoff unterstützt dies zuverlässig. Die festere und breitere Stoffwindel (im Vergleich zur Wegwerfwindel) garantiert eine Spreizung der Beine auch dann wenn das Baby beispielsweise im Kinderwagen oder im Bettchen liegt. Da Babys in den ersten Wochen rasant wachsen können schon kleine Maßnahmen wie breit wickeln einen großen Effekt haben! Hier findet Ihr eine tolle Anleitung falls die von Euch verwendeten Stoffwindeln sehr schmal sind (z.B. bei Pockets oft der Fall) oder Ihr mit Wegwerfwindeln windelt. Im Vergleich zu Wegwerfwindeln sind Stoffwindeln optimal zum breit wickeln.

Weitere Informationen zum Thema Hüftdysplasie bei Babys findet ihr hier und hier.

Habt Ihr Eure Babys auch breit gewickelt? Es gibt sicher viele Eltern die sich wegen nicht optimaler Hüftwerte Sorgen machen und ich würde mich freuen, wenn Ihr Lust habt, Eure Geschichte zu teilen. Unsere Kinder hatten super Hüftwerte – und ich hatte mir vorher solche Sorgen gemacht deswegen. Trotzdem habe ich sie breit gewickelt, denn unsere Kinderärztin sagte uns, in Sachsen würde das für Neugeborene generell empfohlen. Das die Stoffwindeln das quasi automatisch machen war mir ja recht ;-)