Stoffwindeln waschen // Online Ratgeber

Wie wäscht man Stoffwindeln?

Für viele gestaltet sich der Aspekt nach der richtigen Waschroutine im Umgang mit Stoffwindeln als der schwierigste Punkt. Das muss nicht sein. Ich erkläre Dir, wie man die Windeln richtig wäscht.

Für alle, die nur einen kurzen Überblick über die Waschmöglichkeiten unserer Produkte haben möchten, hier vorab eine übersichtliche Tabelle mit allem, was wichtig ist.

Durch das Internet geistern viele Mythen zur Windelwäsche: Es wird zur Verwendung von minimalen Waschmittelmengen geraten oder die Notwendigkeit von exorbitant hohen Wassermengen beschworen. Aber Stoffwindeln waschen ist keine Hexerei. Viele der empfohlenen Waschroutinen schaden den Windeln leider mehr, als ihnen zu nutzen. Der Grund dafür ist, dass die Erfinder dieser Ratschläge weder Stoffexperten noch Waschexperten sind. Daher mögen diese Tipps eine Weile funktionieren, sie haben aber oft den Aufbau von Rückständen auf der Windel und damit Geruchprobleme oder Stoffverschleiss zur Folge. Mich hat das alles sehr verwirrt, als ich anfing, meine Babys mit Stoff zu windeln. Damit das nicht passiert, werde ich Dir in die richtige Stoffwindelwäsche einweisen und Dir eine Anleitung schreiben.

Als Quellen werde ich verschiedene Dokumente/Links benutzen und sie an den gegebenen Stellen einarbeiten. Außerdem werde ich aus meinen eigenen Erfahrungen berichten. In diesem Beitrag werde ich eine kleine Zusammenfassung dessen veröffentlichen, was ich ausführlich in den einzelnen Teilen darstellen werde.

Effiziente Waschroutine

Das Verständnis des Waschvorganges und der Interaktion von Waschmittel, Wasser und Schmutz ist grundlegend für eine effiziente Waschroutine. Wenn man sich dieses Verständnis einmal angewöhnt hat, macht Windelwäsche richtig Spaß (JA!) und wird nie zur leidigen Aufgabe. Wenn Du Deine Hausaufgaben machst und Deine Windeln gut pflegst solltest Du nie etwas über Stripping lernen müssen und kannst die Stoffwindeln nach der Windelzeit noch im top gepflegten Zustand second hand verkaufen.

Im Prinzip wäscht man Windeln genauso wie jede Wäsche. Aber nur im Prinzip, denn ein paar Kleinigkeiten muss man natürlich doch besonders beachten. Um die Fasern zu entspannen und eventuell verfestigte Stücken auf den Windeln zu lösen ist es hilfreich, die Stoffwindeln vor der Hauptwäsche einzuweichen. Ich mache das meistens über das Programm "Feinspülen" und reduziere die Umdrehungszahl beim Schleudern, bzw. breche das Programm nach dem Wassereinlauf und einigen Umdrehungen der Trommel ab und lasse die Wäsche für mindestens zehn Minuten in dem Wasser liegen.

Nun zum Waschmittel: Ich dosiere das so, wie auf der Waschmittelverpackung angegeben. Zu der Dosierungshöhe gibt es unterschiedliche Empfehlungen im Netz. Im Verlauf dieses Beitrages gehe ich näher darauf ein.

Danach wähle ich mein Waschprogramm aus und lasse es komplett durchlaufen. Ich habe einen Lavamat von AEG und nutze das "Energiesparen"-Programm, bei welchem die Wassertemperatur auf 60 Grad reduziert ist und gleichzeitig die Waschdauer verlängert wird. Wenn Du das dann eingestellt hast, kannst Du Dich beruhigt zurücklehnen und die Maschine arbeiten lassen.

Wenn die Maschine fertig ist, hängst Du die Windeln einfach auf oder gibst sie bei "Schontrocknung" und "Baumwolle Extratrocken" (so heißen die Programme bei meinem Lavatherm -Wäschetrockner von AEG) in den Trockner.

Der wichtigste Aspekt für eine gründliche Reinigung in der Waschmaschine ist die Wasserzusammensetzung vor Ort und wie dieses Wasser mit dem Waschmittel interagiert. Der Hauptgrund für Geruchsprobleme oder erhöhte Abnutzung der Windeln beim Waschen liegt oft in der falschen Dosierung des Waschmittels. Wenn man weiches Wasser hat gestaltet sich das Reinigen sehr viel einfacher, als bei hartem Wasser. Am schnellsten erfährst du den Wasserhärte-Grad in Deiner Gegend hier. Bei weichem Wasser funktionieren die meisten Waschmittel sehr gut. Je härter das Wasser ist, desto schwieriger ist die Suche nach dem geeigneten Waschmittel.

Was ist eigentlich Wasserhärte?

Laut Wikipedia ist Wasserhärte ein Begriffssystem der angewandten Chemie, welches sich aus dem Bedürfniss entwickelt hat, das Wasser zu gebrauchen. "Konkret wird mit Wasserhärte die Äquivalentkonzentration der im Wasser gelösten Ionen der Erdalkalimetalle, in speziellen Zusammenhängen aber auch deren anionischer Partner bezeichnet." Diese "Härtebildnern" sind gelöst und können dann wiederum unlösliche Verbindungen bilden, vor allem Kalk und Kalkseifen. "Weiches Wasser ist günstiger für alle Anwendungen, bei denen das Wasser erhitzt wird, zum Waschen, zum Gießen von Zimmerpflanzen etc. Nachteilig sind jedoch die starke Schaumbildung bei Waschmitteln und die schlechte Entfernbarkeit von Seife z.B. beim Händewaschen. Weiches Wasser steht in Kristallin-Regionen mit Granit, Gneis und Basalt-Gesteinen zur Verfügung. Auch Regenwasser ist weich. Hartes Wasser führt zur Verkalkung von Haushaltsgeräten, erhöht den Verbrauch von Spül- und Waschmitteln, beeinträchtigt oder fördert, je nach dem Maß der Härte, den Geschmack und das Aussehen empfindlicher Speisen und Getränke (z. B. Tee). Hartes Wasser kommt aus Regionen, in denen Sand- und Kalkgesteine vorherrschen." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserhärte) Hier findest Du weitere Informationen.

Die gelösten Stoffe interagieren mit dem Waschmittel und beeinflussen seine  Waschkraft. Daher gilt: Je weicher das Wasser, desto höher die Waschkraft des Waschmittels. Wenn man nun das Waschmittel benutzt, welches nicht zur Wasserhärte passt, werden Waschmittelreste und andere gelöste Stoffe nicht aus dem Stoff heraus gespült und sich als Rückstände an die Fasern anlagern.

Langfristig gesehen werden diese Mineralien die Saugwirkung der Stoffe massiv beeinträchtigen und gleichzeitig wird der Stoff immer schwerer zu reinigen sein. Dann kann es nötig werden, diese Windeln zu "strippen".

Waschmittel Stoffwindeln

Zuerst einmal bemühe ich dazu Wikipedia: "Unter dem Sammelbegriff Waschmittel werden Gemische verschiedener Substanzen in flüssiger, gelartiger oder pulverförmiger Art bezeichnet, die zum Reinigen von Textilien verwendet werden. Sie enthalten waschaktive Substanzen, welche in der Lage sind, Verunreinigungen von Textilien zu lösen. Arten von Waschmitteln. (Ich berufe mich bei den nun folgenden, hauptsächlich "technischen", Angaben wiederum auf den Artikel von Wikipedia.) Verschiedene Typen von Waschmitteln werden nach Inhaltsstoffen und dem Bereich der möglichen Waschtemperatur unterschieden (siehe auch Stiftung Warentest und hier)

  • Vollwaschmittel (auch Universalwaschmittel oder Kochwaschmittel genannt) sind für alle Temperaturbereiche (20 °C bis 95 °C), die meisten Textilien und Waschverfahren geeignet.
  • Buntwaschmittel (auch Colorwaschmittel genannt) sind für Waschtemperaturen von 20 °C bis 60 °C.
  • Feinwaschmittel sind für die Waschtemperatur von 30 °C und für Handwäsche geeignet. Sie enthalten keine Bleichmittel und optische Aufheller, dafür aber verstärkt Enzyme und Seife. Höhere Temperaturen zerstören die enthaltenen Enzyme.
  • Spezialwaschmittel für Wolle, Seide, Daunen, Sport- und Membrantextilien oder Windeln sind in der Regel für niedrige Temperaturen geeignet.
  • Baukastenwaschmittel bestehen aus den einzelnen Komponenten eines Vollwaschmittels, die individuell dosiert werden können.

 

Weiterhin unterscheidet man von der Textur in Pulver- und Flüssigwaschmittel. Bezüglich ihrer Herstellung, ihrer Inhaltsstoffe und ihres Einsatzbereiches unterscheidet man auch noch in konventionelle Waschmittel und Biowaschmittel.

Die Inhaltsstoffe der Waschmittel

  • Tenside sind der waschaktive Hauptbestandteil von Waschmitteln. Sie machen, je nach Waschmittel, einen Anteil von rund 20 bis 30 % aus.
  • Wasserenthärter erzeugen weiches Wasser. Zwar bilden sich bei heutigen Tensiden ohnehin keine Kalkseifen mehr, allerdings schädigen die beim trocknen entstehenden Calcium- und Magnesiumsalze die Textilstrukturen. Wasserenthärter verhindern Kalkablagerungen in der Waschmaschine. Zusätzliche Wasserenthärter sind bei Verwendung üblicher Waschmittel nicht nötig (sagt jedenfalls die Stiftung Warentest)
  • Waschalkalien erhöhen den pH-Wert der Waschlauge. Damit quellen die Fasern auf und der Schmutz lässt sich leichter ablösen.
  • Enzyme, z. B. für die Entfernung von eiweiß- stärke- und fetthaltigen Flecken.
  • Kernseifen und Silikone regulieren die Schaumentwicklung als Entschäumer.
  • Duftstoffe überdecken den Eigengeruch des Trägers der Kleidung.
  • Stellmittel, wie Natriumsulfat, halten pulverförmige Waschmittel während der Lagerung pulverförmig und dienen als kostengünstiges Streckmittel. Waschmittel mit der Bezeichnung Konzentrat enthalten weniger Streckmittel. Die Wirkstoffe sind weniger verdünnt."


Zusätzlich können noch folgende Stoffe enthalten sein:

  • "Bleichmittel entfernen nicht auswaschbare, farbige Verschmutzungen, z. B. von Früchten oder Blut.
  • Bleichaktivatoren erhöhen die Wirksamkeit der Bleichmittel bei niedrigen Temperaturen.
  • Optische Aufheller sind fluoreszierende Stoffe, die Weißes weißer erscheinen lassen. Bei farbigen Textilien kann sich durch die Aufheller der Farbeindruck verändern.
  • Bleichstabilisatoren verhindern den unkontrollierten Zerfall der Bleichmittel während der Lagerung und beim Einsatz des Waschmittels.
  • Konservierungsmittel sind bei pulverförmigen Waschmitteln nicht nötig, da mikrobakterieller Befall wegen Wassermangels kaum vorkommt."


In Flüssigwaschmitteln können noch mehr Inhaltsstoffe enthalten sein:

  • "Alkohole verstärken reinigungswirksame Substanzen und ermöglichen bei flüssigen Waschmitteln, dass die Tenside gelöst werden können; sie wirken teilweise auch als Konservierungsmittel.
  • Konservierungsmittel schützen Waschmittel vor mikrobiellem Befall.
  • Wasserenthärter, die in dem flüssigen Waschmittel löslich sind."

 

Wie alle diese Inhaltsstoffe genau wirken, kann man hier nachlesen.

Welches Waschmittel soll man denn nun wählen?

Nachdem wir nun die Inhaltsstoffe der Waschmittel kennen, ist es wichtig zu wissen, auf welche man besser verzichten sollte.  Beim Stoffwindeln waschen sollte man  hauptsächlich darauf achten, dass das Waschmittel keine Enzyme (verwendet wird vor allem Cellulase) enthält, denn es kann langfristig gesehen die Fasern schädigen. Die Cellulase spaltet Zellulose auf, um die Rauhigkeit von (Baumwoll-)Textilien zu vermindern und greift dafür die Fasern an. Vor allem bei Bambus kann das seine zerstörende Wirkung relativ schnell entfalten. Weiterhin ist es ratsam, zum Schutz der Babyhaut und der Natur auf Duftstoffe und Bleichmittel weitestgehend zu verzichten.

Darüber hinaus ist es wahnsinnig schwierig, gute Empfehlungen zu geben. Die Informationen, die man im Internet bekommt, sind unterschiedlich, leider... So werden zum Beispiel speziell für Microfaserwindeln keine Waschmittel auf Seifen- oder Ölbasis empfohlen (hier), da diese dort vermehrt Rückstände bilden können. Viele Windelhersteller führen Listen mit denen von Ihnen empfohlenen Waschmitteln. Auch bei den Shops für Stoffwindeln findet man Empfehlungen (hier, hier und hier). Grundsätzlich kann man trotzdem sagen, dass man mit Öko-Waschmitteln fast immer auf der sicheren Seite ist (siehe auch hier). Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit Ulrich Natürlich gemacht.

Weiterhin ist es trotzdem so, dass ich für meine WindelManufaktur-Stoffwindeln alle Stoffe auf Herz und Nieren teste und oft sehr heiß und mit konventionellem Waschmittel wasche. Bisher habe ich weder Probleme mit Verschleiß noch mit Rückständen oder Gerüchen. Wir benutzen hier überdies manchmal auch noch Mullwindeln die meine Mama noch aus meiner eigenen Babyzeit aufgehoben hat und die mittlerweile wohl ihre 35 Jahre auf dem Buckel haben - und diese sind trotz konventionellem Waschmittel und unzähliger Kochwaschvorgänge noch in TOP-Zustand. Natürlich sind das auch reine Baumwollstoffe und insofern ist diese Langzeitbeobachtung für Materialien wie Bambus, Hanf oder Microfaser nicht aussagekräftig. Trotzdem gehöre ich zu der Fraktion, die die Windeln gern richtig sauber hat - und dafür gelegentlich auch in Kauf nimmt, dass meine Naturstoffe keine 35 Jahre mehr halten werden.

Spannend finde ich bei der Diskussion, welches Waschmittel denn nun richtig sei, dass manche Hersteller explizit Waschmittel empfehlen, welches von anderen wiederum abgelehnt wird - und das bei den gleichen verwendeten Stoffen. (So rät zum Beispiel TotsBots von Ulrich Natürlich Waschmittel flüssig ab, während Le-Lo es empfiehlt.) Um Dir in diesem Waschmitteldschungel ein wenig zu helfen, habe ich hier eine kleine Liste von Waschmitteln für Dich, die im Allgemeinen empfohlen werden können. Diese Liste entstammt einer Facebook-Gruppe für Stoffwindeln (hier) und wurde von vielen Userinnen gemeinsam geschrieben.

  • Totsbots Potion
  • Ecover flüssig
  • Rockin Green
  • Ulrich natürlich Waschmittel
  • Klar von AlmaWin (ohne Duft)
  • Sonett
  • dm Denk mit Dunkelgrün flüssig (nicht bei Bambus!)
  • Sodasan
  • Bambinex Napwash 3-in-1
  • GroVia Tiny Bubbles
  • BumGenius Diaper Detergent
  • Freddy Leck sein Babywaschpulver
  • Blauer Planet
  • Domol Öko Flüssigwaschmittel (rossmann)
  • Charlie Banana
  • Splendid BIO Color & Black
  • Eucalan
  • ecoballs

 

Waschen von PUL

Zum Waschen von PUL kann ich sagen, dass die meisten Hersteller nur 40 Grad empfehlen. Bei billig produziertem PUL würde ich das auch unbedingt einhalten, denn es gibt verschiedene Methoden, den Polyurethanfilm mit dem Trägerstoff zu verbinden - und je nach Herstellungsmethode erhält man sehr unterschiedlich strapazierfähiges PUL. Das von mir verwendete PUL kann man jedoch bedenkenlos bei 60 Grad (und gelegentlich bei 95 Grad) waschen. Ratsam zur Schonung der Folienseite ist dabei aber trotzdem ein Wäschenetz.

Waschnüsse

Ob Waschnüsse für Stoffwindeln geeignet sind oder nicht kann ich leider nicht aus eigener Erfahrung berichten. Im Netz habe ich aber sehr positive Erfahrungsberichte dazu gefunden (hier). Jedoch scheint es ein Problem zu sein, dass die Waschnüsse ja ganz bis zum Ende mit in der Waschtrommel bleiben, denn es können dadurch Rückstände auf den Windeln entstehen. Diese Rückstände können dann zur Verringerung der Saugkraft und zu vermehrter Geruchsentwicklung führen. Wenn jemand damit Erfahrungen gesammelt hat würde mich das sehr interessieren!

Bille's Waschmittel

In diversen Foren liest man auch immer von "Billes Wami". Gemeint ist damit ein Waschmittel, welches Sibille Geiger (die Frau hinter den hu-da-Windeln) ins Netz gestellt hat. Das Waschmittel kann von jedem selbst angerührt werden. Hier findest Du die Anleitung, wie man es selbst herstellen kann. Ich habe auch damit noch keine Erfahrungen, aber im Internet habe ich einiges darüber gefunden und viele Nutzerinnen berichten sehr positiv darüber. Die Frau hinter der Windel-Review-Seite schick gewickelt benutzt das selbstangerührte Waschmittel auch (siehe hier).

Waschmittel dosieren

Wie viel Waschmittel man braucht, hängt in erster Linie von folgenden drei Faktoren ab:

  • Wasserhärte
  • Verschmutzungsgrad
  • Wäschemenge

 

Ich werde im Folgenden diese drei Punkte gründlich untersuchen. Um Dir die einzelnen Komponenten auch in ihrer mengenmäßigen Verwendung darzustellen, habe ich vom Eigenmarken-Buntwaschmittel von DM einmal die Dosierungsempfehlung fotografiert:

 

Dosierung des Waschmittels – Dosierungsempfehlungen DM Waschmittel

Dosierung des Waschmittels – Dosierungsempfehlungen DM Waschmittel

 

Wasserhärte

Wie man die Wasserhärte bei sich zu hause richtig bestimmt, habe am Anfang dieses Beitrages beschrieben. Da viele Gesteine kalkhaltig sind, ist im Wasser oft viel gelöster Kalk vorhanden. Je mehr Kalk gelöst ist, umso “härter” ist das Wasser. Grundsätzlich gilt: Je weicher das Wasser, desto besser ist die Waschkraft des Waschmittels. Im Prinzip funktioniert das so, dass im Waschmittel eine gewisse Menge an “Entkalker” (auch Enthärter genannt) beigegeben sein muss, damit das Waschmittel optimal wirken kann. Wenn man nun ein Waschmittel benutzt, welches nicht ausreichend Enthärter enthält, werden Waschmittelreste und andere gelöste Stoffe nicht aus dem Stoff heraus gespült und können sich als Rückstände an die Fasern anlagern. Langfristig wird diese Wäsche dann eher schmutzig (die Fasern werden rauher), sie müffelt eher und wird immer schwerer zu reinigen. Daher gilt: je weicher das Wasser, umso höher die Waschkraft des Waschmittels. Und weiterhin ergibt sich daraus, dass je härter das verwendete Wasser ist, umso mehr Enthärter muss zugesetzt sein. Aus diesem Grund ist die Wasserhärte einer der wichtigsten Faktoren für die Dosierung von Waschmittel.

Im Waschmittel sind jedoch noch viele andere Stoffe, außer dem Enthärter enthalten. Je höher man nun das Waschmittel dosieren muss, um das Wasser zu enthärten, desto höher werden auch die restlichen Stoffe im Waschmittel dosiert. Es leuchtet ein, dass alle anderen Stoffe dabei schnell überdosiert werden können. Das verschmutzt nicht nur unnötig die Umwelt und belastet den Geldbeutel weil die verwendete Waschmittelmenge höher ist, sondern kann auch die Haut durch eventuelle Waschmittelrückstände belasten.

Wenn wir jetzt einmal auf die Dosierungsempfehlung im Bild oben schauen, variiert die empfohlene Menge für Waschmittel bei leicht verschmutzter Wäsche zwischen 40ml bei weichem Wasser und 60ml bei hartem Wasser. Das sind 20ml mehr – also 50% mehr Waschmittel bei hartem als bei weichem Wasser. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass die anderen Waschsubstanzen auch bei weichem Wasser ausreichend dosiert sind, bekommt man eine Vorstellung, wie hoch die Überdosierung bei hartem Wasser sein kann.

Um diesem Dilemma zu entkommen, gibt es Enthärter einzeln zu kaufen. Firmen wie Ulrich Natürlich bieten diesen sogar in Bioqualität an: hier. Diesen Enthärter setzt man seinem Waschmittel zu und kann es dadurch geringer dosieren.

Wir wohnen in Dresden und für mein Viertel habe ich eine Wasserhärte von 6,7dh ermitteln können. Wir haben weiches Wasser. Ich habe also Glück, was die Problematiken mit sehr kalkhaltigem Wasser betrifft.

Verschmutzungsgrad

Aus meinem Beispielbild sind drei verschiedene Verschmutzungsgrade für Wäsche angegeben: Leicht, mittel und stark. Stellt sich mir natürlich die Frage, was sauber nun leicht verschmutzte Wäsche ist und wie dreckig stark verschmutzte Wäsche aussieht? Zusätzlich möchte ich an dieser Stelle einmal die Definitionen von Persil zitieren (Quelle: http://www.persil.de/de/waschberatung/faq-haufig-gestellte-fragen.html).

    • Leicht verschmutzt
      Keine Verschmutzungen und Flecken* erkennbar. Einige Kleidungsstücke haben Körpergeruch angenommen. Beispiele: Leichte Sommer- und Sportkleidung (wenige Stunden getragen), T-Shirts, Hemden, Blusen (bis zu 1 Tag getragen), Gästebettwäsche und -handtücher (1 Tag benutzt).
    • Normal verschmutzt
      Verschmutzungen sichtbar und/oder wenige leichte Flecken* erkennbar. Beispiele: T-Shirts, Hemden, Blusen (durchgeschwitzt bzw. mehrfach getragen), Unterwäsche (1 Tag getragen), Handtücher, Bettwäsche (bis zu 1 Woche benutzt), Gardinen ohne Nikotinverschmutzungen (bis zu 6 Monaten genutzt)
    • Stark verschmutzt
      Verschmutzungen und/oder Flecken* deutlich erkennbar. Beispiele: Geschirr- und Küchenhandtücher, Stoffservietten, Babylätzchen, Kinder- und Fußballbekleidung (mit Gras und Erde verschmutzt), Tenniskleidung (mit Kieselrot verschmutzt), Berufskleidung (wie Schlosseranzug, Bäcker- und Metzgerkleidung, die im Haushalt gewaschen werden kann)
    • Sehr stark verschmutzt
      Zahlreiche und intensive Verschmutzungen und/oder Flecken*, deutlich erkennbar und möglicherweise gealtert, stark geruchsbelastete Kleidungsstücke. Beispiele: oben genannte Verschmutzungen auf Tischwäsche, Stoffservietten, Geschirr- und Küchenhandtücher, Putzlappen, Wischmopp, Babylätzchen, Kinder-, Sport- und Fußballkleidung (stark mit Matsch, Erde und Gras verschmutzt), Berufsbekleidung.

Mir fällt dabei oft, dass ich selbst immer von stark verschmutzter Wäsche ausgegangen bin bei uns zu Hause. Bei unserer Wäsche handelt es sich wohl doch eher meistens nur um leicht oder normal verschmutze Wäsche. Ich würde Windeln nach dieser Definition auch "nur" der normal verschmutzten Wäsche zuordnen. Wir spülen die groben Sachen immer schon vor der Wäsche direkt nach dem Windeln von Hand aus, daher würde ich nicht von "intensiver" Verschmutzung sprechen.

Wäschemenge

Weißt Du weiß denn genau, wieviel Kilogramm Deine Waschmaschine fasst? Das ist nämlich der dritte wichtige Punkt bei der korrekten Dosierung. Auf meinem Beispielbild oben sind die Angaben nämlich "nur" für eine Maschine mit 4,5kg Fassungsvermögen angegeben. Meine Maschine fasst aber 7kg, ich muss nach den Angaben also 40ml Waschmittel zugeben. Irgendwie finde ich die Aussage aber schwierig, da sie mir sehr generell erscheint. Es soll egal sein, ob ich 2,5kg mehr leicht oder stark verschmutzte Wäsche wasche?

Wenn ich jetzt mal überschlage, dass ich bei weichem Wasser 100ml Waschmittel bei stark verschmutzter Wäsche brauche, sind das pro kg Wäschemenge 22,2ml Waschmittel. Das macht bei 7kg Wäsche dann ca. 155ml. Empfohlen wären dann da nur 140ml.

Wenn wir die gleiche Rechnung für weiches Wasser und leicht verschmutze Wäsche anstellen, sind es statt 80ml wie in der Empfehlung rechnerische 62ml. Je nach Verschmutzungsgrad schwankt die ungefähre Angabe bei weichem Wasser dann gegenüber meiner Berechnung zwischen 1/4 Überdosierung und 1/10 Unterdosierung. Wie da jetzt die korrekte Dosierung aussehen soll, kann ich jetzt leider auch nicht sagen…

Ich habe für Dich auch noch ein zweites konventionelles Waschmittel fotografiert, hier das flüssige Spee.

 

Dosierung des Waschmittels – Dosierungsempfehlungen Spee Waschmittel

Dosierung des Waschmittels – Dosierungsempfehlungen Spee Waschmittel

 

Dort sind die vier Kategorien für Verschmutzungen angegeben, ansonsten gleicht die Aufstellung der Empfehlung sehr denen der DM-Eigenmarke.

Wie dosiert man das Waschmittel nun bei Stoffwindeln?

Die Empfehlungen für die zu verwendende Waschmittelmenge ins unglaublich verwirrend. Sie schwanken zwischen der vom Waschmittelhersteller angegebenen Menge bis zu einem Viertel der angegebenen Menge.

Grundsätzlich sagt mir mein gesunder Menschenverstand folgendes: Die Waschmitteldosierungempfehlung vom Hersteller ist grundsätzlich so bemessen, dass die Wäsche auch sauber wird. Jetzt könnte man damit argumentieren, dass die Waschmittelhersteller ja sehr daran interessiert sind, möglichst viel zu verkaufen und daher die Angaben oft zu hoch sind. Ich habe keine fundierten Zweifel, aber ich denke, sie könnten auch jederzeit die Konzentration im Waschmittel ändern und uns somit weniger Waschmittel für den gleichen Preis verkaufen (und wir würden es kaum merken, denn wer kennt schon die Inhaltsangaben seines Waschmittels auswendig). Es ergibt also Sinn, den Dosierungsempfehlungen grob zu folgen, denn im Interesse der Hersteller liegt vor allen Dingen eine weiße Wäsche – und damit die Markentreue der Kunden.

Im Internet finden sich sehr viele Hinweise zur Dosierungsempfehlung:

      • Experten der Stiftung Warentest empfehlen in einem Chat die Verwendung der in der Dosierungsempfehlung angegebenen Mengen (Warentest)
      • hu-da empfiehlt nur 1/3 bis 1/2 der angegebenen Menge
      • Das Forum Waschen (ein Plattform von Experten aus Behörden und Herstellern die nachhaltiges Waschen fördern will) weist auf die Verwendung der herstellerseitigen Dosierungsempfehlung hin und
      • im Naturwindelforum tauschen sich Mütter aus, die sehr gute Erfahrungen mit geringeren Dosierungen gemacht haben.

 

Es ist in der Tat nicht so ohne, wenn man sein Waschmittel langfristig über- oder unterdosiert. Bei meiner Recherche für diesen Artikel habe ich da erstaunliche Dinge herausgefunden. Aber das bietet Stoff für einen weiteren Beitrag.

Für uns hier habe ich jetzt entschieden, im Groben der Dosierungsempfehlung zu folgen und vielleicht je nach Verschmutzungsgrad auf 20 oder 30 % der angegebenen Menge zu verzichten.